29. September 2021
Glinder Zeitung

Spendeneinbruch bei der Kinderkrebshilfe

Renate Vorbeck wird mit dem Verdienstorden für ihr großes Engagement ausgezeichnet

Renate Vorbeck aus Oststeinbek nahm ihren Bundesverdienstorden am 21. September in Kiel von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) entgegen Foto: Staatskanzlei

Renate Vorbeck aus Oststeinbek nahm ihren Bundesverdienstorden am 21. September in Kiel von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) entgegen Foto: Staatskanzlei

OSTSTEINBEK Renate Vorbeck ist eine, die sich einsetzt. Eine, die das Schicksal der anderen ganz gewiss nicht kaltlässt. Und sie ist eine von denen, die für ihr ehrenamtliches Engagement nun die höchste Auszeichnung des Landes entgegengenommen hat: Den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Und das zu Recht: Die 73-Jährige ist Vorsitzende der Bürgerstiftung, hat sich für die Unterstützung der Glinder Tafel eingesetzt, ist Beiratsmitglied der Aktivregion Sieker Land Sachsenwald und Unterstützerin der örtlichen Musikschule. Als Gründerin und Vorsitzende der Kinderkrebshilfe Oststeinbek im Jahr 1987 hat sie bisher rund 513.000 Euro eingesammelt. Möglich wurde das nicht zuletzt durch die finanzielle Unterstützung von rund 20 aktiven Dauerspendern. „Ich sehe mich nur als Motor der Kinderkrebshilfe“, sagt Vorbeck. „Aber das Öl und das Benzin für diesen Motor, das sind unsere Spender.“ Tatsächlich ist das Spendenvolumen an die Kinderkrebshilfe Oststeinbek während der Coronapandemie aber um ein Drittel zurückgegangen. Der Grund ist simpel: Geld, das normalerweise im Rahmen von Beerdigungen oder Familienfesten wie runden Geburtstagen gesammelt und gespendet wird, wurde aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht aufgebracht. Bitter ist dies für die rund 50 bis 60 erkrankten Kinder, die täglich ambulant auf der Kinderkrebsstation im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) behandelt werden und für jene, die dort stationär aufgenommen werden müssen. Denn die Spenden machen ihnen das Leben im Krankenhaus ein Stück weit leichter. Von verstellbaren Intensivbetten, buntem Kindergeschirr, Stunden für Musik- und Reittherapie fließen die Gelder in viele weitere Projekte.

Auch ganz konkrete Schicksale lassen sich so ein Stück weit verbessern: „Es gab da mal ein 13-jähriges Mädchen, das hatte Knochenkrebs. Es saß im Rollstuhl, eins seiner Beine war amputiert. Sein Herzenswunsch war ein neues Bett, denn es hatte nur ein Hochbett und das war natürlich schwierig“, erzählt Vorbeck. „Am Ende haben wir von der Kinderkrebshilfe Oststeinbek nicht nur ein neues Bett gespendet, sondern ein ganzes Jugendzimmer für sie eingerichtet. Die leuchtenden Augen dieses Mädchens werde ich nie vergessen.“ Dem Mädchen geht es heute gut.

Doch nicht alle haben so viel Glück: „Ich habe so viele tapfere Kinder kennengelernt. Ein zwölfjähriges Mädchen zum Beispiel hat sich immer rührend um ihre kleinen Mitpatienten auf der Kinderkrebsstation gekümmert. Am Ende ist sie leider selbst gestorben.“ Tatsächlich würden jedes Jahr 15 bis 20 Kinder auf der Kinderkrebsstation am UKE ihr Leben lassen, zieht Vorbeck Bilanz. Aber es gibt auch einen positiven Trend: „Früher starben statistisch gesehen zwei von drei erkrankten Kindern. Weil so viel in die Forschung investiert wird, überleben heute zwei von drei kranken Kindern. Wir wollen diesen Weg weitergehen und versuchen, so viele Kinder wie möglich bei ihrem Kampf gegen den Krebs zu unterstützen.“

Eine kleine Patientin mit ihrer Mutperlenkette Foto: Kinderkrebshilfe 0ststeinbek
Eine kleine Patientin mit ihrer Mutperlenkette
Foto: Kinderkrebshilfe 0ststeinbek

Spendenkonto: Kinderkrebshilfe Oststeinbek e.V.: Raiffeisenbank Südstormarn Mölln eG, IBAN: DE31 2006 9177 0002 2536 07, www.kinderkrebshilfe-oststeinbek.de

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