1. April 2020
Reinbek

„Zustimmung muss man sich erarbeiten“

Interview mit Bürgermeister björn Warmer

Björn Warmer ist einziger Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Reinbek Foto: Zapf

REINBEK Am 26. Juli wählt Reinbek einen neuen Bürgermeister. Einziger Kandidat: Amtsinhaber Björn Warmer. Im Gespräch mit Redakteur Harald Prädel zieht der 45-jährige Jurist Bilanz.

Glinder Zeitung: Mit CDU, SPD und Grünen haben Sie die Unterstützung von drei Parteien in der Stadtvertretung. Was löst diese Zustimmung bei Ihnen aus?
Björn Warmer: Bei der ersten Wahl vor sechs Jahren war ich Kandidat der SPD. Dass ich diesmal die Unterstützung von zwei weiteren Parteien habe, löst Respekt und Dankbarkeit bei mir aus. Ich bin ein demütiger Mensch, nichts ist von Dauer, ist meine Überzeugung. Zustimmung muss man sich erarbeiten.

GZ: Sie sind der einzige Kandidat für die Wahl am 26. Juli. Bedauern Sie das?
Warmer: Bedauern ist der falsche Ausdruck. Eine Bürgermeisterwahl ist eine Personenwahl. Da stehen nicht verschiedene Parteien zur Disposition. Nicht jede Partei muss einen eigenen Kandidaten aufstellen. So kann es sich ergeben, dass nur ein Kandidat zur Wahl steht. Das gehört zur Demokratie dazu. Ich nehme die Wahl aber genauso ernst, als gäbe es andere Kandidaten. Wichtig ist es nun vor allem, für eine hohe Wahlbeteiligung zu werben.

GZ: Fünfeinhalb Jahre Amtszeit liegen hinter Ihnen. Und Sie mögen noch?
Warmer: Die vergangenen Jahre waren nicht immer Zuckerschlecken. Noch nie habe ich so oft den Satz gehört: „Ihren Job möchte ich ja nicht haben.“ Ich versuche immer, mir selbst treu zu bleiben. Politische Farben sind nicht wichtig. Es kommt darauf an, im Interesse der Bürger verlässlich, pragmatisch und werthaltig zugleich zu arbeiten.

GZ: Was ist die wichtigste Erfahrung Ihrer Amtszeit?
Warmer: Das ist eine gute Frage. Die Glücksamplitude in diesem Amt ist sehr groß. Es gibt extrem schöne Momente, genauso wie immensen Frust. Wenn mal etwas gelingt, ist die Freude umso größer. Das kommunalpolitische Geschäft ist insgesamt nicht ohne. Sehr faszinierend war es für mich, diese Stadt neu kennenzulernen. Es war sehr spannend. Und es ist die Erkenntnis: Man, fühle ich mich hier wohl.

GZ: Was betrachten Sie als Ihren größten Erfolg?
Warmer: Das ist es die Tatsache, dass wir den Neubau der Feuerwache für die Ortswehr Reinbek und die Sanierung und Erweiterung der Gemeinschaftsschule auf den Weg gebracht haben. Das war natürlich nicht allein mein Erfolg. Das ist immer ein Gemeinschaftswerk.

GZ: Was ist aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung der nächsten sechs Jahre?
Warmer: Da ist natürlich zunächst die aktuelle Krise, die wir auch in Reinbek meistern müssen und sicherlich die derzeit größte Herausforderung darstellt. Grundsätzlich halte ich es für wichtig, Reinbek in Zukunft für alle Lebenslagen zu erhalten. Es kann nicht darum gehen, nur die Interessen von Menschen mit Kiesauffahrt im Blick zu haben.

GZ: Sondern?
Warmer: Als Stadt müssen wir Rahmenbedingungen schaffen, damit zum Beispiel auch Alleinerziehende nicht aus Reinbek wegziehen müssen. Das ist eine sehr komplexe Aufgabe, die nicht ohne Beteiligung der Bürger gelöst werden kann.

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