8. Juni 2022
Reinbek

„Triathlon ist ein Lebensgefühl“

Sebastian David ist neuer Vorsitzender der TSV Reinbek

David

Sebastian David schätzt die Vielfalt seines Vereins Foto: Möller

REINBEK Wenn der ehemalige TSV-Vorsitzende Norbert Schlachtberger in ihm nicht vor zwei Jahren den idealen Zweiten Vorsitzenden gesehen hätte, wäre das Ehrenamt für Sebastian David nicht infrage gekommen. Die Arbeit bei den Reinbeker Sportlern machte ihm Spaß – und nach Schlachtbergers Rücktritt wurde er dessen Nachfolger.

In seiner Jugend spielte der Sport für den heute 48-Jährigen keine große Rolle, denn in seinem nordrhein-westfälischen Heimatdorf gab es nur einen Fußballverein – „und ich bin absolut unbegabt, was Ballsport anbetrifft.“ Erst als er mit 18 ein Rennrad bekam, entdeckte er seine Liebe zum Ausdauersport. „Zwei Jahre später bin ich zum Triathlon gekommen und dem bin ich treu geblieben“, erinnert sich der Reinbeker. Die Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen fasziniert ihn ebenso wie der Wettbewerb. Das sei eher ein Lebensgefühl als ein Sport. „Das möchte ich nicht missen.“

Bei der Turn- und Sportvereinigung gibt es übrigens, wie in vielen anderen Vereinen, keine eigene Triathlon-Sparte, aber „Triathlon ist ohnehin ein Individualsport“, sagt David, der 15 Stunden die Woche für seinen Lieblingssport trainiert und inzwischen auch, überwiegend online, als Triathlon-Trainer arbeitet. Bei der TSV ist er zudem im präventiven Kinderschutz tätig. „Wir schulen Trainer und Übungsleiter in Seminaren“, erläutert der begeisterte Sportler, der außerdem ehrenamtlich jeden Mittwoch auf dem vereinseigenen Sportplatz an der Theodor-Storm-Straße das Sportabzeichen abnimmt. Beruflich trainiert er beim Verein mehrere Athleten im Gerätefitnessbereich.

Durch Zufall zum Sport

Dass er den Sport zum Beruf gemacht hat, war so eigentlich nicht geplant. Nach dem Studium der Lebensmitteltechnologie war er einige Jahre in diesem Bereich tätig. Als sich dann Nachwuchs ankündigte, beschlossen seine Frau und er, dass sie Voll- und er Teilzeit arbeiten würde. Das Paar hat inzwischen einen 16-jährigen Sohn und zwei 14 und fünf Jahre alte Töchter. Der Sohn engagiert sich ehrenamtlich als TSV-Übungsleiter, während die ältere Tochter den Voltigiersport für sich entdeckt hat. Die Kleine hat noch keinen klaren Favoriten, „aber das Schöne an unserem Verein ist ja, dass man viele Dinge ausprobieren kann“, betont David.

Die TSV hat zurzeit 3500 Mitglieder, die in 23 Sportarten von 260 Trainern und Übungsleitern trainiert werden. Vor der Corona-Pandemie waren es etwa 1000 mehr, daher steht die Mitgliederrückgewinnung im Vordergrund. Aber auch neue Übungsleiter werden gesucht – ebenso wie eine engagierte Person für den zweiten Vorsitz. Das Problem: „Viele möchten sich nicht zeitlich festlegen“, bedauert David, der den Verein mit dem dritten Vorsitzenden Hans-Jörg Carstens zukunftssicher machen will.

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