26. Januar 2022
Reinbek

„Meine Bilder malen sich von selbst“

Ricky Winter lässt sich von ihren Bildern überraschen

Ricky Winter stellt Werke im Reinbeker Schloss aus
Foto: Kuhlmann

REINBEK Die Künstlerin Ricky Winter ist mit vier Brüdern auf dem Land aufgewachsen. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Reinbek. Ricky Winter hat zwei erwachsene Kinder. Die Kunst ist für sie Berufung. Imke Kuhlmann, freie Mitarbeiterin der Glinder Zeitung – Sachsenwald sprach mit der Künstlerin.

Glinder Zeitung: Wie kamen Sie zur Kunst?
Ricky Winter: Ich bin auf einem Bauernhof im Sauerland aufgewachsen. Meine Eltern waren Landwirte und wir waren im Grunde Selbstversorger. Einen Fernseher gab es bei uns nicht. Da war viel Platz für Kreativität. Ich erinnere mich, dass ich als Kind gern aus Katalogen Kleider ausgeschnitten habe und Papierpuppen damit anzog. Aber ich habe mich auch gern handwerklich betätigt, so überarbeitete ich beispielsweise die Inschriften im Fachwerk unseres Bauernhauses. Es war viel Raum für Kreativität.

GZ: Und wie starteten Sie beruflich?
Winter: Ich bin Diplom-Ökotrophologin, doch die Kunst hat mich nie losgelassen. Inzwischen kann ich sagen, es ist mein Beruf.

GZ: Wieso malen Sie gern abstrakt?
Winter: Ich lasse das Bild gern beim Malen entstehen. Bei 80 Prozent des Bildes funktioniert das wie in einem Schnellzug. Dann stockt es meist und ich weiß nicht wirklich, wie es weitergehen soll. Das kann dann Wochen, ja bis zu einem Jahr dauern, bis ich das Bild fertig stelle.

GZ: Und mit welchem Material arbeiten Sie?
Winter: Ich male gern mit Acryl. Die Farben stelle ich mit eigenen Pigmenten her. Aber auch Tusche, Kohle, Kreide oder Dachlack benutze ich. Dazu kommen Materialien wie Asche, Sand, Stroh oder Sägespäne. Was ich wie einsetze, ergibt sich im Entstehungsprozess des Bildes.

GZ: Sie stellen auch Skulpturen aus, warum gerade Köpfe?
Winter: Es geht so viel in den Köpfen herum. In der Corona-Zeit dreht sich alles nur noch um ein Thema. Talk-Shows, Berichte, Sondersendungen, daraus entstand die Idee.

GZ: Wie sind die Reaktionen auf ihre Bilder?
Winter: Oft denken die Betrachter, es seien Bilder eines Malers. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit vier Brüdern groß geworden bin. Und ich gebe den Bildern nur Namen, um den Überblick zu behalten. Lieber würde ich die Bilder nicht betiteln. Die Menschen sollen sie ganz auf das Bild einlassen.

GZ: Warum heißt die Ausstellung „Gegenüber“?
Winter: Meine Bilder entstehen im Kopf und im Bauch. Die Ausstellung beschreibt dieses Gegenüber.

Vom 23. Januar bis zum 20. März sind Bilder und Skulpturen von Ricky Winter im Reinbeker Schloss zu sehen. Ihre Werke stehen auch zum Verkauf

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