23. Juni 2021
Reinbek

Kleine Autoren lernen kreatives Schreiben

Grundschüler treffen Schriftstellerin in Reinbek

Die Autorin Marie-Thérèse Schins hilft Felix (9), die passende Formulierung für seine ganz eigene Geschichte zu finden Foto: Tamm

REINBEK Wie man eine „richtige, lange Geschichte“ schreibt, das wollte Finja (8) so gern lernen, nachdem die Drittklässlerin der Grundschule Mühlenredder in Reinbek eine Lesung der Autorin Marie-Thérèse Schins gehört hatte.

Da passte es gut, dass die Lesung Teil eines Schreibseminars für die dritten Klassen der Grundschule war. Sie hatte Glück, wurde ausgelost und durfte mitmachen. „Es ist richtig toll, spaßig und interessant“, resümierte sie. „Als Frau Schins das erklärt hat, ist mir immer mehr eingefallen“, sagt Finja.

Unter dem Titel „Werden Elefanten so steinalt wie du, Frau Meyer? – Jung trifft Alt“ konnten 15 Kinder bei einem Projekt des Friedrich-Bödecker-Kreises, des Kulturzentrums Schloss Reinbek und des Bildungsministeriums mitmachen. „Das war sehr intensiv“, erzählte Sandra Krogmann, eine der Lehrerinnen, die das Projekt begleitet haben. „Insgesamt gab es 16 Begegnungen mit Marie-Thérèse Schins. Jeweils an den Donnerstagnachmittagen und zusätzlich noch an einigen Sonnabenden. Dabei ging es nicht allein um das Erfinden von Geschichten, sondern auch um neue Erfahrungen mit allen Sinnen. „Schreiben, malen, sich austauschen: Das ist mir besonders wichtig“, sagte Marie-Thérèse Schins, die 35 Jahre Studierenden Kurse im kreativen Schreiben gegeben hat und auch als Gestalttherapeutin gearbeitet hat. „Ich mag Kinder sehr gern, sie haben ein ganz anderes Herangehen an die Geschichten. Ich ziehe ganz viel Energie aus diesen Projekten“, erzählt die 77-jährige Autorin, die mehr als 40 Bücher veröffentlicht hat.

Friedhofsbesuch liefert Schülern Inspirationen

In dem Projekt enthalten waren auch ein Nachmittag mit Maskenkünstler Joe Sam Essandoh, Trickfilmmacher Till Penzek, Figurentheater Exen sowie mit einigen Reinbeker Senioren. Diese haben die Schüler nicht nur interviewt, sondern haben sie auch auf den Friedhof begleitet, um dort alle Namen aufzuschreiben, die ihnen fremd vorkamen.

Die haben sie aufgeschrieben und neue Geschichten daraus entwickelt. „Die meisten Kinder, die mitmachen durften, haben wir ausgelost“, erzählt Krogmann. „Aber bei einigen haben wir auch geschaut, ob sie sonst vielleicht nicht die Gelegenheit haben, Kultur zu erleben.“

Die Pandemie habe das Projekt leider verzögert und auch die Begegnungen zu den Senioren seien leider anders verlaufen als gedacht, sagte Marie-Thérèse Schins. Im September werden alle Kinder noch ein Buch mit den gesammelten Erzählungen bekommen. Ihnen hat es gefallen. Felix (9) erzählte begeistert: „Mir hat das Schreiben am meisten gefallen. Das war so ganz anders als in der Schule.“

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