5. Januar 2022
Reinbek

Ingenieure werden dringend gesucht

In Reinbeks Rathaus fehlt Personal

Erste Gespräche mit Bewerbenden finden inzwischen meist digital statt
Foto: pixabay

REINBEK In diesem Jahr wird die Anzahl der Stellen in Reinbeks Verwaltung leicht steigen, von 236 auf 242. „Die Anzahl der Arbeitsplätze ist jedoch nicht gleichbedeutend mit der Anzahl der besetzten Stellen“, so Bürgermeister Björn Warmer. Vor allem bei den technischen Berufen fehle es an Personal.

Die Annahme, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze einspare entspräche zumindest vorerst nicht den Tatsachen, erklärt der Verwaltungschef. Dafür müsse die Digitalisierung erstmal in einigen Bereichen auf den Weg gebracht werden. Das hieße Daten zu erfassen, die technischen Voraussetzungen zu schaffen und zu programmieren. Digitalisierung sei nicht ohne Personal machbar. Ebenso im Bereich der Schulsozialarbeitenden sowie Verwaltungsarbeiten besonders für die Geflüchteten müssen gedeckt werden. Sowohl die Schulen als auch der Klimaschutz brächten im IT-Bereich einen Mehraufwand mit sich. Unter anderem müssen Geräte verwaltet und gewartet sowie Daten eingepflegt werden.

Der Verwaltungschef stellt fest, dass in den letzten Jahren zunehmend Quereinsteiger in der Verwaltung ihren Aufgabenbereich gefunden hätten. „Wir haben zudem elf Muttersprachen im Haus vertreten“, berichtet er stolz. Elf Stellen seien momentan offen. Darunter auch ein dringend benötigter Energiemanager. „Der Bedarf an Experten steigt“, sagt Warmer.

Zudem würde es an Nachwuchs fehlen. „Jugendliche haben heutzutage andere Erwartungen an den Beruf, als noch vor einigen Jahren“, weiß Reinbeks Verwaltungschef. Der Ausgleich zwischen Beruf und Freizeit, die „Work-Life-Balance“ stünde zunehmend über den Karrierezielen. Das sei ebenso an der steigenden Zahl von Teilzeitstellen spürbar. Wettbewerb sieht der Verwaltungschef in der freien Wirtschaft, wo die Gehälter oft höher lägen.
Aktuell habe es gerade mal 25 Bewerbende auf zwei Ausbildungsplätze zum Verwaltungsfachangestellten/in gegeben. Der Markt habe sich zu einem Bewerbermarkt entwickelt.

Es gibt mehr Ausbildungsplätze als Bewerber/-innen. Geworben würde ebenfalls mit Filmen auf der Gemeindewebseite und über Social Media-Kanäle. Mit Sorge schaut Reinbeks Bürgermeister weiter in die Zukunft: „In den nächsten zehn Jahren wird uns aufgrund der Demografie ein Drittel des Personals fehlen“, sagt er. Für junge Menschen waren die Chancen selten besser.

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