27. Januar 2021
Reinbek

In Reinbek neue Wurzeln schlagen

Maximilian Scheel ist der neue Förster in Reinbek

Maximilian Scheel (30) mit seiner Hündin Greta im Waldstück Vorwerksbusch. Als Förster ist er für 850 Hektar Wald zuständig Foto: Klotz

Maximilian Scheel (30) mit seiner Hündin Greta im Waldstück Vorwerksbusch. Als Förster ist er für 850 Hektar Wald zuständig Foto: Klotz

REINBEK Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn ein Förster im Alter von gerade mal 30 Jahren ein eigenes Revier übernimmt – und dann auch noch ein so stadtnahes. Für Maximilian Scheel ist es ein Glücksfall. Seit dem 1. Januar leitet er die Försterei Reinbek der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.

„Ich bin gerade dabei, mein Revier kennenzulernen“, sagt der neue Förster, der für 850 Hektar Wald verantwortlich ist. Die Nähe zur Metropole Hamburg schätzt er daran ebenso sehr wie die Ruhe in der Natur. Sogar ein Uhu-Nest hat er schon gesehen. Zusammen mit Hündin Greta, einer Alpenländischen Dachsbracke, ist Maximilian Scheel an diesem Nachmittag im Vorwerksbusch unterwegs. Der wird gern von Hundbesitzern, Joggern und Spaziergängern genutzt. Der Schnee, der in Regen übergeht, macht dem jungen Förster nichts aus. „Das ist
das Gute an meinem Beruf, dass ich nicht nur am Schreibtisch sitze, sondern bei jedem Schietwetter draußen sein kann“, meint er gut gelaunt.

Vorgänger Walter ist in Lütjensee

Dass die Reinbeker dieses bewirtschaftete Waldstück ebenso wie den Krähenwald gern nutzen und als ihren Stadtwald ansehen, weiß er von seinem Vorgänger Fritz Ole Walter, der gerade die Försterei in Lütjensee übernommen hat. An dessen gute Erfahrungen mit Waldführungen und Öffentlichkeitsarbeit möchte er anknüpfen und sucht ebenfalls den Kontakt mit den Bürgern. Schon jetzt gehen laufend Anrufe auf seinem Handy ein. „Die einen fragen, wo sie sich Brennholz holen können, andere haben im Müll im Wald entdeckt und möchten es melden“, sagt er. An dem Revier, zu dem auch die Gebiete Oher Tannen, Hahnenkoppel, Großkoppel, Havighorst und Hahnenkoppel gehören, reizt ihn eins besonders: die Herausforderung, naturnahe, nachhaltige Nutzung mit Naturschutz und Anspruch auf Erholung durch die vielen Besucher unter einen Hut zu bringen. Eine Aufgabe, die nicht immer einfach zu lösen ist.

Für Stabilität sorgen

„Wir Förster müssen dafür sorgen, dass der Wald in Zeiten des Klimawandels stabil und artenreich bleibt. Gleichzeitig soll er etwa auch für die Ernte von Holz genutzt werden.“ Ein Spagat, den er durch bewusstes Fällen nur einzelner Bäume hinlegen möchte. Dass die Öffentlichkeit sich sehr für seine Arbeit interessiert, zeigt auch der kleine Medienrummel, für den sein Amtsantritt gesorgt hat. Sogar RTL Nord hat ihn schon in seinem Revier besucht. Seiner Bodenhaftung tut das keinen Abbruch.

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