5. Mai 2021
Reinbek

Impfstoff aus Reinbek

Minister Jens Spahn startete die Produktion

Spahn

Dr. Heiner Garg, Daniel Günther, Jens Spahn und Dr. Hans-Georg Feldmeier (Geschäftsführer Dermapharm Holding) starten gemeinsam die Impfstoff-Produktion bei Allergopharma Foto: Kuhlmann

REINBEK Gesundheitsminister Jens Spahn und Ministerpräsident Daniel Günther haben bei Allergopharma in Reinbek den Startschuss für die Impfstoff-Produktion gegeben.
Von insgesamt 80 Millionen Impfdosen zur Bekämpfung von Covid-19, die für das zweite Quartal des Jahres in Deutschland geplant sind, sollen 50 Millionen von dem Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech kommen. Ein Großteil davon wird bei Allergopharma, einer Tochterfirma von Dermapharm, hergestellt. Zum offiziellen Produktionsstart fanden sich jetzt Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU), Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg ein.
„Wir freuen uns, dass wir die Impfstoffherstellung unterstützen und damit unseren Beitrag zur Bekämpfung und Eindämmung der Covid-19 Pandemie erheblich steigern können“, sagte Dr. Hans-Georg Feldmeier, Geschäftsführer der Dermapharm Holding.
Normalerweise werden bei Allergopharma Allergiemedikamente produziert, nun auch der Corona-Impfstoff von Biontech. „Ohne die Produktion hier in Reinbek könnten die Mengen für Deutschland und Europa nicht erreicht werden“, sagt Spahn. Seit Mitte Dezember wurde die Herstellung vorbereitet. Der Impfstoff (Vakzin) wird in vier Stufen produziert. Stufe drei, die Verbindung der mRNA mit Lipiden, die notwendig ist, um die Schutzfunktion des Vakzins zu ermöglichen, wird in Reinbek stattfinden, danach folgen nur noch die Abfüllung und Verpackung.
„Heute machen wir einen großen Schritt für die Ausweitung der Produktion“, betonte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), der ebenso wie Landesgesundheitsminister Dr. Heiner Garg (FDP) den Termin begleitete. Am Mittwoch seien allein eine Million Menschen in Deutschland geimpft worden.
Dr. Sierk Poetting, Finanzvorstand von Biontech, wurde per Video zugeschaltet. „500 Millionen Dosen sind künftig jährlich an diesem Standort geplant“, erklärte er.
Spahn geht davon aus, das im Juni die Impfpriorisierung aufgehoben werden könne. Er kündigte an, dass Deutschland zum mRNA-Forschungs- und Produktionsstandort der ganzen Welt werden solle. Das Land müsse für zu erwartende Auffrischungsimpfungen und das Risiko von Mutationen, bei denen der jetzige Impfstoff nicht wirke, gerüstet sein. Bislang decke das Vakzin jedoch die bekannten Mutationen ab.
„Noch nie zuvor ist es gelungen, noch während einer Pandemie einen neuen Impfstoff zu entwickeln“, lobte der CDU-Politiker. Gerade hat Biontech die Zulassung des Vakzins für Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren beantragt. Eine Impfung sei gegebenenfalls bereits in den Sommerferien denkbar, wie Jens Spahn in Reinbek erklärte.

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