3. August 2022
Reinbek

Ein Ehrenamt lohnt sich

Jakob Hess engagiert sich nicht nur im Jugendbeirat der Stadt Reinbek

Jakob Hess macht sich schon in jungen Jahren für andere stark Foto: Kuhlmann

REINBEK Gerade hat der 18-jährige Jakob Hess sein Abitur mit der Traumnote 1,0 am Sachsenwaldgymnasium in Reinbek abgelegt. Er gehört damit zu den fünf Besten seines Jahrgangs. Zugefallen sei ihm die Note nicht, dennoch, das Lernen sei für ihn kein Problem.

„Ich habe mich gut auf die Prüfungen vorbereitet“, sagt der Abiturient. Doch sein wahres Geheimrezept sei, immer die Ruhe zu bewahren. Und so ganz nebenbei war der Reinbeker im letzten Schuljahr auch noch Schulsprecher seiner Schule und engagiert sich seit zwei Jahren beim Jugendbeirat, dem er seit November 2021 sogar vorsitzt. Für Jakob Hess war es keine Überlegung, ob er das zeitlich schafft, ihn reizt die Möglichkeit zur Mitbestimmung. „Ich finde es spannend, dadurch Dinge verändern zu können“, sagt er. Es läge ihm nicht, sich zu beschweren und nichts zu tun. Dabei seien es auch gar nicht nur Themen, die ihn ärgern. Er möchte gern Neues auf den Weg bringen. So ist er stolz auf das neueste Projekt des Jugendbeirats. „Wir haben kostenlose Menstruationsspender am Sachsenwaldgymnasium und der Stadtbücherei aufstellen lassen“, sagt er. Besonders habe ihn die Zustimmung der Politik gefreut. Er kenne es auch anders. Als der Jugendbeirat den Klimanotstand ausrufen wollten, fühlten sich die jungen Leute nicht immer ernst genommen. Doch auch wenn sie mit dem Antrag nicht durchgekommen sind, Gehör haben sie sich für das Thema verschafft.

Sich für Themen zu engagieren, kennt er von seinen Eltern. Aber es muss auch seine Neugier auf neue Themen sein. Bis jetzt habe er schon viel durch das Ehrenamt gelernt. Beispielsweise vor großen Gruppen zu sprechen. Jakob Hess scheint das im Blut zu haben. Er bleibt ruhig, spricht respektvoll und macht sich vorher thematisch schlau. Das verschafft ihm Anerkennung ganz besonders in Gremiensitzungen, am denen er öfter für den Jugendbeirat teilnimmt. „Das ein oder andere Mal bin ich allerdings schon aufgeregt“, verrät er. Seitdem er die Schule beendet hat, flitzt er von einem Termin zum anderen. Jakob Hess hat die Abschiedsrede bei Verabschiedung der Schulleiterin Helga Scheller-Schiewek gehalten, einen Spendenlauf mitorganisiert oder auch ein Sommerfest zusammen mit anderen auf die Beine gestellt.

Sein großes Hobby ist die Musik. Als Grundschüler begann er mit dem Klavierunterricht. Klassik ist sein favorisiertes Genre. Und so wird er ab September seiner Leidenschaft folgen und ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Brahms-Institut in Lübeck absolvieren. Wohin genau ihn sein beruflicher Weg führen wird, weiß Jakob Hess noch nicht. Die Politik könnte es auch sein. Seine Beharrlichkeit könnte ihm sicher dabei helfen. Dem Jugendbeirat bleibt der Musiker erstmal erhalten, denn er wird weiterhin in Reinbek wohnen. „Es ist einfach spannend, mit Themen konfrontiert zu werden, mit denen man sonst nichts zu tun hat“, resümiert er. Kommunale Regelungen, Entscheidungsprozesse aber auch die Zusammensetzung eines kommunalen Haushalts kenne er nun. Das Wissen möchte er nicht missen. So wie seinen täglichen Kaffee. Er sei Liebhaber der schwarzen Bohnen und würde gern einmal einen Barista-Kurs besuchen, um die perfekte Art Kaffee zuzubereiten zu lernen.

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