19. Mai 2021
Reinbek

Diagnose Krebs – und was folgt dann?

Beratungsstelle unterstützt Betroffene

Krebs

Susann Höger (li.) und Gisa Poltrock helfen Menschen, die unter Krebs leiden Foto: Kuhlmann

REINBEK Der Befund Krebs ist ein Schock. „Dabei bedeutet es nicht unbedingt, dass diese Krankheit mit dem Tod enden muss“, sagt Gisa Poltrock. Sie berät Betroffene künftig bei der Südstormarner Vereinigung für Sozialarbeit (SVS).

Etwa 1,7 Millionen Menschen bundesweit leben mit der Krankheit (www.krebsdaten.de). Am häufigsten ist bei Männern laut Bundesgesundheitsministerium der Prostatakrebs, bei Frauen ist es der Brustkrebs.

Die SVS hat jetzt in Reinbek eine Lücke gefüllt: Seit April hat die Vereinigung ein Angebot zur Krebsberatung auf die Beine gestellt. In Südstormarn gab es bisher keine Möglichkeit, sich bei der Diagnose Krebs beraten zu lassen. Betroffene mussten nach Hamburg, Kiel oder Lübeck fahren.

Mit einer Reihe von Fragen kommen die Betroffenen in die Beratungsstelle: „Wie gehe ich mit der Erkrankung um? Wie reagieren die Angehörigen?“ Die 28-jährige Susann Höger sucht gemeinsam mit den Erkrankten nach Antworten. Auf Wunsch sitzen auch Angehörige mit am Tisch. Die Psychologin hat sich bereits im Studium mit der Krebsberatung beschäftigt. Zudem machte sie eigene Erfahrungen im persönlichen Umfeld. „Oft ist es so, dass sich die Menschen zuerst sortieren müssen. Im ersten Schritt ist es wichtig, den Diagnoseschock zu verarbeiten“, sagt sie. In der Aufregung kommen häufig die Informationen vom Arzt nicht komplett an. „Wir möchten hier genauso unterstützen. Wir schauen uns die Arztbriefe an und lassen uns bei Bedarf von Experten unterstützen“, berichtet Susann Höger. Seit April ergänzt sie das Team der SVS.

„Wir merken, wie entlastend die Gespräche für die Menschen sind“, bestätigt Gisa Poltrock. Je nach Schwerpunkt dauert ein Gespräch rund 50 Minuten. Die Beratung ist kostenlos. Dennoch ist die Beratungsstelle auf Spenden angewiesen. Die Beratungsstelle möchte beispielsweise Firmen und Stiftun-gen als Förderer für das Projekt gewinnen. Wer spenden möchte, kann sich bei bz@svs-stormarn über die Möglichkeiten erkundigen.

Um möglichst viele Menschen über die Krebsberatung zu informieren, stellen die Berater ihr Angebot gerade in den relevanten Kliniken und Arztpraxen vor.

Wer Bedarf an einer Beratung hat, wendet sich an: 040-727 384 50 oder per E-Mail an s.hoeger@svs-stormarn.de

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