17. Februar 2021
Reinbek

„Der Austausch ist uns wichtig“

Reinbeker Grundschüler lernen Englisch und pflegen internationale Kontakte

Reinbeker Schüler waren 2017 beim Finnland-Austausch dabei Foto: GettyImages

Reinbeker Schüler waren 2017 beim Finnland-Austausch dabei Foto: GettyImages

REINBEK Schon in der dritten Klasse starten Schleswig-Holsteins Grundschüler mit dem Englisch-Unterricht. An zwei Wochenstunden steht die Sprache auf dem Stundenplan. Ein besonders gutes Beispiel für den Nutzen gibt die Grundschule Mühlenredder in Reinbek. Dort lernen die Kinder nicht nur Englisch, sondern sie bekommen auch die Möglichkeit, die Sprache ganz aktiv einzusetzen. Möglich macht das der regelmäßige Schüleraustausch mit anderen Schulen in Europa, den die Schule schon seit 13 Jahren anbietet – als eine von ganz wenigen Grundschulen in Schleswig-Holstein, deren teilnehmende Schüler jeweils für eine Woche bei einer Austausch-Familie leben und im Ausland zur Schule gehen.

Wunderbare Freundschaften

Seit 2007 betreut Christiane Lappenküper das Projekt, bis vor kurzem noch mit tatkräftiger Unterstützung durch Gabriele Neubert-Mecke, die inzwischen in Ruhestand ist. Angefangen hat die Austauschaktion mit Finnland und Italien im Rahmen des Comenius-Programms, es folgte der Austausch durch das Erasmus-Programm. Viermal reisten Mühlenredder-Schüler nach Finnland, je zweimal nach Italien und Spanien und je einmal nach Polen und Estland. Vorrangig mit dabei ist die jeweilige Klassenleitung. „Es ist für jede Lehrkraft interessant, das mitzuerleben“, weiß die Koordinatorin, die viele Reisen begleitet hat. Sowohl Schüler als auch Lehrer haben die Kontakte weiter gepflegt. „Wunderbare Freundschaften sind entstanden“, der Kontakt nach Finnland sei nie abgerissen. Und so manches Kind habe festgestellt: „Jetzt weiß ich endlich, warum ich Englisch lerne.“

Die Austauschschüler lernen sich im Vorfeld bereits kennen. „Anfangs ging das noch per Brief, dann mit E-Mail und jetzt mit WhatsApp. So wurde es immer leichter.“ Zusätzlich zu den zwei Wochenstunden bekommen die Austauschschüler im Vorfeld eine weitere Wochenstunde Englisch, um gut vorbereitet in den Austausch gehen zu können. Jeweils zehn Viertklässler können mitfahren, sie teilen das Erlebte im Anschluss gern mit ihren Mitschülern. Im Laufe der Jahre waren rund 90 Kinder im Rahmen des Austauschs auf Reisen.

Corona-bedingt beendet

Warum sich Gabriele Lappenküper so sehr für den Austausch engagiert? „Wir wollen den europäischen Gedanken pflegen. Toleranz, Verständnis, Miteinander und der interkulturelle Austausch sind uns wichtig.“ Zuletzt war eine Gruppe im November 2019 in Estland. Am Eröffnungstreffen für den Folgeaustausch mit Estland und Finnland nahm nicht nur die jeweilige Reisegruppe aus den beteiligten Ländern teil, sondern alle Mühlenredder-Schüler. Corona-bedingt endete das Projekt damit zunächst, aber der Austausch soll weitergehen – auch wenn Christiane Lappenküper die Koordination in jüngere Hände abgibt. Denn die Aufgabe ist doch sehr zeitaufwendig, es gibt viel zu dokumentieren. „Eine Mehrarbeit, die sich immer auszahlt“, weiß die engagierte Pädagogin. Es sei sehr bereichernd: „Man überdenkt die eigenen Methoden nochmals. Das ist Gold wert gewesen“, betont sie. Ganz wichtig sei eine Schulleitung, die das Ganze mittrage – ebenso wie die Kollegen, die dann einspringen müssten.
Zwar wurden inzwischen die Richtlinien geändert, sodass das Projekt zukünftig etwas anders laufen wird. Aber die neuen Koordinatoren Bettina Reimann, Katharina Kühn und Anja Ottow haben beim PAD, dem Pädagogischen Austauschdienst in Bonn, bereits einen neuen Antrag auf Unterstützung gestellt. „Dort sind wir ziemlich bekannt“, sagt Lappenküper.

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