23. November 2022
Reinbek

45 Bushaltestellen werden barrierefrei

Stadt Reinbek verfolgt einen strammen Zeitplan

Einstieg in einen Bus: Für blinde Menschen ist das keine Selbstverständlichkeit Symbolfoto: GettyImages

REINBEK  Aktuell leben rund 4.700 Menschen mit körperlichen Einschränkungen in Reinbek. Der Behindertenbeirat, der sich gerade neu konstituiert hat, setzt sich vor allem für eine barrierefreie Verkehrsinfrastruktur in der Stadt ein.

In einer lebenswerten Stadt haben Diskriminierung und Barrieren keinen Platz. „Tatsächlich möchten wir den Abbau dieser Dinge vorantreiben“, betont Pressesprecher Kurt Martens. Hierfür nimmt der Beirat an den Sozial- und Verkehrsausschüssen teil und steht im Kontakt mit dem Senioren- und Behindertenbeauftragten der Stadt. Um den öffentlichen Nahverkehr barrierefrei zu machen, ist es dringend erforderlich, Bushaltestellen entsprechend anzupassen. Gesagt, getan: Gerade noch arbeitete die Stadt Reinbek am barrierefreien Umbau der Buswartefläche Alter Kamp 21 im Einmündungsbereich Schönningstedter Straße/Sachsenwaldstraße, schon steht der barrierefreien Neubau der Bushaltestelle Bismarckstraße an der Schönningstedter Straße auf dem Plan. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum 2. Dezember. „Sobald die Bushaltestellen an die Bedürfnisse der Menschen mit körperlichen Einschränkungen angepasst sind, führen wir Begehungen durch. Wir betrachten diese kritisch und leiten unsere Sichtweise an das Rathaus weiter“, erklärt Martens.

Blinde Menschen brauchen Orientierung

Besonders die sogenannten Leitlinien, in die Platten eingelassene Rillen, an denen sich blinde Bürger orientieren, sind in vielen Fällen nicht an die Bedürfnisse der Menschen angepasst. Doch das ist genau der dringlichste Punkt. Für einen blinden Menschen stellen sich die Fragen: Wie finde ich den Weg zum Einstieg des Busses ? Wie kann ich ungehindert am Bus entlang gehen? „Da sind längst nicht alle Schwächen ausgemerzt“, sagt Antoinette Wagschal, Vorsitzende des Beirats. Blinde Menschen brauchen Orientierung. Die barrierefreie Umgestaltung der Bushaltestelle Neuschönningstedt-Schule bietet zumindestens ein Leitliniensystem als Minimallösung. Eine senkrechte Leitlinie führt auf die Einstiegsstelle des Busses zu. Direkt am vorderen Buseinstieg ist ein breiteres Einstiegsfeld mit quer laufenden Streifen als Orientierungshilfe angebracht.
Insgesamt hat die Stadt Reinbek bis 2026 die behindertengerechte Umgestaltung von rund 45 Bushaltestellen in Planung. Die Auswahl bezieht sich auf die wichtigsten Haltestellen, die es in Reinbek gibt. Einige Bushaltestellen können aber aufgrund von Platzmangel nicht ausgebaut werden, so die aktuelle Sachlage.

Der Behindertenbeirat der Stadt Reinbek ist telefonisch unter dem Anrufbeantworter der Nummer 040/ 788 77 671 sowie per E-Mail an bbr@jrh-reinbek.de erreichbar. Die Mitglieder freuen sich über Anregungen.
Sprechstunden werden nach Vereinbarung angeboten im Jürgen-Rickertsen-Haus, Schulstraße 7, angeboten.

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