3. November 2021
Glinder Zeitung

Natur-Kinder beziehen endlich ihre Wagen

Standort neben der Turnhalle ist nur Übergangslösung – Elf Betreuungsplätze sind noch frei

Die Bauwagen haben ihren Platz gefunden – aber nur vorläufig Fotos: Philippi

Die Bauwagen haben ihren Platz gefunden – aber nur vorläufig Fotos: Philippi

OSTSTEINBEK Bei der Realisierung der geplanten Natur-Kita in der Gemeinde Oststeinbek, in der bekanntermaßen Kitaplätze fehlen, hat es in den vergangenen Monaten gewaltig geholpert. Nun gibt es eine wenig befriedigende Übergangslösung.

Eigentlich hatte die neue Betreuungseinrichtung bereits im August ihren festen Platz Am Birkenhain erhalten sollen. Weil Anwohner Widerstand geleistet und die Gemeindeverwaltung den Standort letztlich als doch nicht geeignet ausgewiesen hatte, musste eine Ersatzfläche gefunden werden. Dies gelang, doch die Probleme rund um die neue Natur-Kita rissen nicht ab. Erst vor wenigen Tagen sind die beide gelben Bauwagen auf einem schmalen, freien Areal, eingezwängt zwischen der Kindertagesstätte Meessen und der Walter-Ruckert-Turnhalle aufgestellt worden. „Der Bau der Wagen hat sich verzögert, weil Holz in den letzten Monaten Mangelware und der Preis für das Material dementsprechend hoch war“, erklärt Philipp Stendel von der SPD. Zwar ist die Gruppe, die von der Johanniter-Unfall-Hilfe getragen wird, am 1. September offiziell gestartet. Allerdings nicht in der Natur, sondern in einem kleinem Backsteingebäude neben der Grundschule. „Hier hat die kleine Hausmeisterwohnung als Notunterkunft hergehalten. Von dort aus konnten wir Entdeckungstouren unternehmen und mit den Kindern die ersten Bereiche des Geländes erschließen“, sagt die Leiterin der Natur-Kita, Ulrike Froß. Anfang November sind die Kinder schließlich in die neuen Bauwagen eingezogen. Einer der Wagen dient dabei als Versorgungswagen mit Küchenzeile und Toiletten. Der andere ist als Unterkunft bei schlechter Witterung und als Ausgangspunkt gedacht.

Die Gemeinde ist gefordert

Den Großteil ihrer Zeit verbringen die Kinder an der frischen Luft. Zwar ist der Standort neben der Turnhalle für insgesamt zwei Jahre genehmigt worden. Am Ende könne das aber nur eine Übergangslösung sein. Denn die Durchgangsatmosphäre trage zu keinem behüteten Flair bei, meint Ulrike Froß: „Die Gemeinde ist damit beauftragt, einen endgültigen Standort zu finden. Wir wünschen uns einen naturnahen Platz für die Naturgruppe. Am liebsten auf einer Wiese oder im Wald.“ Zwei Fachkräfte, darunter ein Wald- und Erlebnispädagoge und eine FSJ-lerin hüten die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Insgesamt können 16 Kinder von acht bis 15 Uhr betreut werden. „Ursprünglich hatten sich 60 Eltern für die Gruppe angemeldet“, sagt Philipp Stendel. Tatsächlich werden aktuell gerade einmal fünf Kinder betreut. „Wir freuen uns über jede Anmeldung“, betont Ulrike Froß.

Von hier aus können die Kinder künftig auf die Suche nach Naturschätzen gehen
Von hier aus können die Kinder künftig auf die Suche nach Naturschätzen gehen

Die SPD hält an ihrem von der Gemeinde wegen Sicherheitsbedenken abgelehnten Vorschlag, die Natur-Kita auf einem Privatgrundstück am Mühlenteich anzusiedeln, derweil weiter fest. Das Ringen um einen festen Rückzugsort für die Natur-Kinder ist also noch lange nicht beendet.

Anmeldungen über das Kitaportal www.kitaportal-sh.de oder direkt per Email an kita-glinde.nord@johanniter.de

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