17. November 2021
Glinder Zeitung

Mehr Wohnraum und weniger Lärm

Ziele für Havighorster Zukunft sind definiert. Jetzt muss umgesetzt werden

Der Bauhof soll verlagert und der Verkehr auf der Dorfstraße reduziert werden Foto: Philippi

Der Bauhof soll verlagert und der Verkehr auf der Dorfstraße reduziert werden Foto: Philippi

OSTSTEINBEK Havighorst wird grundlegend aufgewertet. So lautet das Fazit, das sich aus den nun festgelegten Zielen des Ortsentwicklungskonzeptes für den Oststeinbeker Ortsteil ablesen lässt.

Zwar soll der Dorfcharakter, geprägt von Bauerhöfen und Feldmark, erhalten bleiben. Dazu sollen Zaunhöhen und Vorgärtenbepflanzungen künftig in Bebauungsplänen festgehalten werden. „Ein Schlüsselprojekt ist die Verlagerung des Bauhofes“, sagt Wolfgang Oehler vom Büro für Stadt- und Regionalentwicklung (BSR). „Dadurch würde Fläche entstehen für ein Dorfgemeinschaftshaus und das ist sicher der dringendste Wunsch der Lokalpolitik.“ Als neuer Standort für den Bauhof kommt ein Teil des Sportareals Am Ohlendiek in Frage, das durch neue Sport- und Freizeitangebote wiederbelebt werden soll. Vereine könnten künftig stärker gefördert werden, mehr Veranstaltungen und Aktivitäten sollen die Dorfgemeinschaft stärken.

Im Zielkatalog für die Neugestaltung Havighorsts finden sich auch ein Bolzplatz und weitere Begegnungsorte für Jugendliche und Senioren. Ein Kiosk und, beziehungsweise oder, ein Bäcker inklusive Café sollen in den Ortsteil einziehen. Zudem soll die Starkregenvorsorge ebenso wie der Glasfaserausbau, der bereits gestartet ist, vorangetrieben werden, ebenso wie der Ausbau der Feuerwehr.

Neubauten sollen in Havighorst ausschließlich aus ortstypischen Ein- und Zweifamilienhäuser bestehen. Die Gemeindeverwaltung will zudem Bauland kaufen und durch die Anwendung von Erbbaurecht und den Aufbau eines Vergabeverfahrens neuen Wohnraum für junge Menschen und Familien schaffen. Der Verkehrslärm auf der Dorfstraße soll mit einem Kreisverkehr und einer Tempo-30-Zone reduziert werden. Zudem sieht das Konzept vor, neue Rad- und Fußwege insbesondere nach Mümmelmannsberg und Boberg zu bauen, ältere Wege sollen saniert und barrierefrei gestaltet werden. Der Öffentliche Nahverkehr soll ausgeweitet und durch den Einsatz kleinerer Linienbusse angepasst, Sharing-Dienste etabliert und das Parken auf öffentlichen Straßen begrenzt werden. Auf der langen Liste der Ortsplaner stehen außerdem Straßensanierungen und die Überprüfung der Errichtung einer Umgehungsstraße im Nordwesten.

„Die Ziele sind mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt“, so Oehler. „Nun ist die Frage, wie diese konkret umgesetzt werden können.“ Einige Maßnahmen dürften Jahre in Anspruch nehmen. Auch ist noch nicht klar, wie hoch die finanzielle Förderung durch Land und Bund ausfallen wird. Die Gemeindeverwaltung will den Ortsentwicklungsfahrplan aber bis Anfang Dezember beschließen. Und dann könnte es theoretisch bereits losgehen, mit den ersten Neu- und Umbauarbeiten in Havighorst.

Mehr Infos gibt es unter
www.OEK-Havighorst.de

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