21. September 2022
Glinde

Zum Angeln gehört Umweltschutz

Angelsportverein kümmert sich am Mühlenteich auch um Vögel und Pflanzen

Jan Lindner, Steven Görn, Thomas Jankowski und Kevin Görn (v.l.) bilden den Vorstand des Angelsportvereins Glinde

GLINDE Gäbe es die Mitglieder des Angelsportvereins Glinde nicht, würde der Mühlenteich wohl ganz anders aussehen – und das nicht nur unterhalb der Wasserfläche. Denn die Mitglieder des Vereins, die den Teich von der Stadt gepachtet haben, fangen dort nicht nur Fische.

„Der Umweltschutz gehört auch zu unseren Aufgaben“, erklärt der Vorsitzende Steven Görn. Sie kümmern sich um die Aufrechterhaltung der Fischbestände ebenso wie um die Bepflanzung. Ist es sinnvoll, Fische einzusetzen, um sie dann später wieder herauszuangeln? Das ist gar nicht in jedem Fall das Ziel, betonen die Vorstandsmitglieder, Jan Lindner, Thomas Jankowski und Kevin Görn. Zwar würden Fische wie Karpfen eingesetzt, damit sie wachsen und später gefangen werden können. Doch bei den meisten Arten sei es das Ziel, dass sich die Bestände eigenständig vermehren. Dafür werden Laichhilfen ins-talliert: Weihnachtsbäume. Sie hängen unter den gelben Boien, die auf der Wasseroberfläche schwimmen. Sie sind für Fischarten gedacht, die sich sonst nicht vermehren würden. „Wir haben zum Beispiel Barsche besetzt, die sich gut vermehrt haben“, berichtet Steven Görn.

Vieles, was die Mitglieder des Vereins in den Teich setzen, landet, wenn es gefangen wird, nicht im Kochtopf, sondern in den Mägen von Vögeln. Die Vögel sind recht zahlreich und werden zum Teil bewusst bedacht. Stichling, Bitterling, Weißfisch und Gründling eignen sich nicht für die menschliche Ernährung. Sie dienen als Nahrungsgrundlage für die Wasservögel. Zu sehen sind etliche der Vögel kaum, doch die Angler versichern, dass sich außer Reihern und Haubentauchern auch Eisvögel und Kormorane zum Fischen am Teich einfinden. „Die Wasservögel gehören zur Natur“, betont Steven Görn. Nur die große Zahl der Gänse bereitet Probleme. Sie fressen gern die jungen Triebe der Wasserpflanzen und nagen so das frisch bepflanzte Ufer kahl.

Ansonsten ist der Mühlenteich jedoch gut über den heißen, trockenen Sommer gekommen, obwohl der Wasserstand deutlich sank und die Wärme eine Algenblüte verursacht hat. Einige Wasserpflanzen sind vertrocknet. Die Wasserwerte seien dennoch gut gewesen, der Sauerstoffgehalt ausreichend, so Kevin Görn. Im Mühlenteich gab es kein Fischsterben. Damit können die 125 Mitglieder des Vereins auch weiterhin angeln, wenn sie nicht gerade mit der Pflege des Teichs beschäftigt sind.

Und der Angelsportverein Glinde ist stolz darauf, eine lebendige Jugendabteilung zu haben, in der zurzeit 20 Kinder und Jugendliche aktiv sind. Wer dabei sein möchte, muss mindestens zehn Jahre alt sein. Bevor dann die Angel ausgeworfen werden darf, muss allerdings noch viel gelernt und ein Fischereischein gemacht werden. Fische sind schließlich Lebewesen, die nicht unnötig gequält werden sollen, betonen die Angler. Erreichbar ist der Verein unter der Telefonnummer 0151 651 803 82.

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