3. August 2022
Glinde

Wie Glinde zum Maskottchen kam

Mühlenteich und alte Aufzeichnungen waren die Inspirationsquelle

Der Mühlenteich in Glinde ist die Geburtstätte des Maskottchens AlexZander Foto: Philippi

GLINDE Ein Blick in die Archive zeigt, beinahe überall verbergen sich interessante Details, fast vergessene Ereignisse oder überraschende Fakten rund um das Leben in unseren Städten und Gemeinden. So auch die Entstehungsgeschichte von AlexZander, dem wasserliebenden Maskottchen des Glinder Vereins Stadtmarketing.

Wer kennt sie nicht: Antje das Walross, das unvergessene Symboltier des NDR, den Goldbären der Firma Haribo oder Twipsy, das Maskottchen der Weltausstellung Expo 2000. Zugegeben, Maskottchen werden überwiegend im Sport eingesetzt. Sie sollen den Spielern und Vereinen Glück bringen. Doch auch im Marketingbereich sind Maskottchen beliebt. Wie Haribo setzen Unternehmen in ihren Werbekampagnen damit auf den Wiedererkennungswert der Verbraucher. Dass es auch in Glinde ein Maskottchen gibt, ist hingegen nicht Jedem bekannt. Vom Verein Stadtmarketing vorrangig als Symbol für den beliebten Glinder Fischzug genutzt, steht die Wiege dieses Glückstiers in der Geschichte der Stadt.

Der frühere Bürgermeister Hans-Peter Busch wurde auf der Suche nach einer Symbolfigur für Glinde gemeinsam mit seiner Frau Ursula in jahrhundertealten Überlieferungen fündig: 1229, als der Ort erstmals urkundlich erwähnt wurde, wurden die damals dem Landesherrn zustehenden Jagd- und Fischrechte dem Zisterzienser-Kloster zu Hoibek übertragen. Bereits seit mindestens 220 Jahren werden den Aufzeichnungen zufolge im Mühlenteich Fische gezüchtet, darunter Zander oder Hechtbarsch, Karpfen, Schleie, Braxen, Hecht und Aal. Die Wahl zum Glinder Maskottchen fiel auf den Zander, schließlich gilt er als hochwertiger Edelfisch. Hans-Peter Busch soll damals gesagt haben: „Natürlich passt der Zander – bei all unserer Bescheidenheit – am besten zu uns Glindern. Edel, mutig, pfiffig sind die herausragenden Eigenschaften des unter Kennern begehrten Jägers.“

Und so schuf Leonard Te Nyenhuis als Mitglied des Glinder Kunstvereins den Prototyp des Comic-Zanders. Die Glinderin Bettina Goedecke erfand spontan den Namen dazu, und schon war das Maskottchen AlexZander geboren. Übrigens: In den 90er Jahren war AlexZander sogar als Comic in der Glinder Zeitung zu finden.

Stadtmarketing plant den Fischzug 2023

Auch heute noch ist AlexZander die Symbolfigur für den Glinder Fischzug. Coronabedingt ist diese Veranstaltung zuletzt zwar ausgefallen. Aber: „Im September wollen wir mit den Vorbereitungen für den Fischzug 2023 beginnen“, kündigt der Erste Vorsitzende des Vereins Stadtmarketing, Wolfgang Manthei, an. Erstmals soll dann auch der Glinder Angelverein das Event mitorganisieren. Und selbstverständlich wird dann auch wieder AlexZander mit von der Partie sein. Auf das neue Veranstaltungsplakat dürfen die Glinder jetzt schon gespannt sein: Der Verein hat das Antlitz seines ganz persönlichen, schuppentragenden Glücksbringers nämlich gerade noch einmal neu überarbeitet.

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