2. November 2022
Glinde

Wenn sich zwei streiten wird er aktiv

Schiedsmann Klaus-Dieter Schulz will sich in das Gemeinwesen einbringen

Streit

Foto: GettyImages

GLINDE „Es hat mir viel Freude gemacht“ sagt Klaus-Dieter Schulz über seine Aufgabe als stellvertretender Schiedsmann. Da war es für ihn klar, dass er sich nun für die Nachfolge von Schiedsfrau Ingeborg Harringer bewerben wollte. Gerade wurde er von der Stadtvertretung als neuer Schiedsmann für die nächsten fünf Jahre gewählt.

Das Ehrenamt auszufüllen bedeute, für ihn nicht Arbeit zu leisten sondern eine erfüllende Beschäftigung sagt Schulz. „Es ist schön, sich mit den Fällen zu beschäftigen und Menschen zu einer Einigung zu bringen.“

Arbeitsintensives Ehrenamt

Genau darum geht es, wenn Schiedsleute aktiv werden müssen. Sie vermitteln, damit sich streitende Parteien einigen, ohne vor Gericht ziehen zu müssen. Das gelingt oft, allerdings nicht immer. „Juristischen Rat dürfen wir nicht geben“, erklärt Schulz. „Die Parteien sollen eigene Ideen entwickeln, wie sich ihre Auseinandersetzung beilegen lässt.“ Damit Einigungen dann auch längerfristig halten, müssen sie schriftlich festgelegt werden. So beschäftigen die einzelnen Fälle die Schiedsleute durchaus über den Sitzungstermin hinaus.

„Es ist sehr arbeitsintensiv“, weiß Schulz. Dazu gehören auch Schulungen, die teilweise über mehrere Tage laufen. Mehr als 20 solcher Schulungen hätten er und Ingeborg Harringer in der vergangenen fünfjährigen Amtszeit bereits besucht.

Doch das schreckt den 71-Jährigen nicht. „Man will sich ja in das Gemeinwesen einbringen“, erklärt er. Klaus Dieter Schulz beschränkt sich dabei nicht auf das Schiedsamt. Er ist auch darüber hinaus ehrenamtlich aktiv. Als Wählerbarer Bürger arbeitet er für die Fraktion der SPD in der Kommunalpolitik mit, vertritt die Fraktion im Finanzausschuss der Stadt. Außerdem ist Schulz Schöffe beim Amtsgericht in Reinbek und beim Landgericht in Lübeck. Da scheut er sich nicht, Entscheidungen zu treffen.

„Eigentlich ist das nicht schwierig“, berichtet er. Die Urteile werden mit den Richtern besprochen, bevor über die Verurteilung oder den Freispruch für einen Angeklagten abgestimmt wird. Allerdings müssen die Schöffen der Ansicht der Berufsjuristen nicht folgen. „Wir haben auch schon Richter überstimmt“, so Schulz.

Der 71-Jährige engagiert sich auch überörtlich im Vorstand der Bezirksvereinigung Lübeck des Bunds Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen ebenso wie im Vorstand des Schöffenverbands Nord.

Zeit für die Familie bleibt dennoch

Dennoch bleibe genug Zeit für die Familie so für die inzwischen erwachsenen Kinder. So hat er gerade für seine Tochter einen Holzverschlag im Garten gebaut. Auch für die Arbeit im eigenen Garten findet Schulz Zeit, will zudem selbst Holz für den Kamin machen. Das Bäumefällen sei mit dem Förster bereits abgesprochen. Den Kontakt hat er aus seiner Zeit als Jäger in den Oher Tannen. Die Jagd habe er aus Zeitmangel inzwischen allerdings aufgegeben.

Schlichter
Klaus-Dieter Schulz will weiter als Schiedsmann aktiv sein und bei Streitfällen vermitteln Foto: Schult

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