3. August 2022
Glinde

Vom Metallschrott zum Rohstoff

Glinder Firma recycelt und schützt so die Umwelt

Die Altmetalle, die hier gesammelt werden, haben einen beträchtlichen Wert, erklärt Achim Lindhorst, Geschäftsführer des Unternehmens Siegfried Jacobs Hamburg Foto: Schult

GLINDE   Was bei der Firma Siegfried Jacobs Hamburg im Glinder Gewerbegebiet ankommt und bearbeitet wird, ist laut Gesetz Abfall. „Doch der Begriff stimmt überhaupt nicht“, sagte Geschäftsführer Achim Lindhorst. „Es sind Wertstoffe.“ Kupfer, Zinn, Zink, Aluminium und Messing lagern in den Hallen, werden sortiert und aufbereitet. Das Ziel ist, dass möglichst alles von der Industrie wiederverwertet werden kann.

Das wird weitestgehend umgesetzt und ist die Besonderheit bei dem Glinder Unternehmen. Bei Recyclingverfahren durch Schmelzen gelingt das nicht, dabei wird nur das besonders wertvolle Kupfer erhalten. Aluminium verbrennt und geht verloren, Zink verschwindet in der Schlacke. So eine Rohstoffverschwendung wird bei der Firma Jacobs vermieden. Wenn die Metalle vermischt sind, werden sie mechanisch getrennt. Dazu gehört unter anderem Handarbeit, Arbeiter sortieren die großen Materialien. Maschinen übernehmen Trennen und Reinigung kleinerer, zum Teil sehr kleiner Teile. Sortiert wird mit verschiedenen Verfahren nach Gewicht, Farbe und Größe.

„Dabei machen wir zum Beispiel aus schlechtem Aluminium gutes“, erklärt Lindhorst. Das wird von Kunden, zum Beispiel in Asien, verlangt. Wie die Qualität der Metalle ist, wird zwar im Labor überprüft, es lässt sich aber auch per Augenschein erkennen. Was besonders schön glitzert, ist auch tatsächlich besonders rein. In einer anderen Halle staubt es gewaltig während der Rohstoff umgeschichtet wird, da wird noch viel zu reinigen sein. Lärm ist dabei nicht zu vermeiden, Gehörschutz zu tragen an etlichen Arbeitsplätzen vorgeschrieben.

Das Verfahren der Glinder ist sehr umweltfreundlich. Für Aluminium, das bei ihnen aufbereitet wurde, wird bis zu 90 Prozent weniger Energie benötigt als für die Herstellung des Metalls aus Erz. „Metallische Rohstoffe sind knapp und die natürlichen Ressourcen sind begrenzt, deshalb ist Effizienz wichtig“ so der Geschäftsführer. Noch könne allerdings nicht der gesamte weltweite Bedarf durch die Wiederverwertung gedeckt werden.

Die Firma Jacob, die 2009 ihren Betrieb in Glinde eröffnete, hat den Anspruch, ihre Leistungen immer weiter zu entwickeln und noch mehr aus dem angelieferten Material herauszuholen. Dafür wird investiert und gerade eine vierte Halle gebaut. Inklusive Sortiertechnik wird sie fünf Millionen Euro kosten. „Optimieren ist immer das Ziel“, erklärt Lindhorst. „Wir investieren auch um unsere Arbeitskräfte so gut wie möglich einzusetzen.“ Dazu gehöre die Weiterentwicklung der Arbeitsplätze, so dass sei möglichst rückenschonend sind.

Suche nach Mitarbeitern

50 Mitarbeiter gibt es in dem Glinder Unternehmen zurzeit. Für die Arbeiten im Lager könnten es aber auch noch mehr sein, doch die Suche ist oft vergeblich. Dabei werden auch Ungelernte genommen. „Es ist keine besonders harte Arbeit und wir bieten faire Bedingungen und gute Löhne,“ sagt Lindhorst.

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