6. Juli 2022
Glinde

TSV Glinde drängt auf Entscheidung

Kann der Sportverein nun umziehen oder nicht?

Die Sanierung der bestehenden Gebäude und Anlagen würde Millionen verschlingen Foto: Schult

GLINDE Es ist ein gewaltiges Vorhaben: Das Projekt Glinde Nord-Ost beinhaltet die Verlegung sämtlicher Sportanlagen des TSV Glinde und den Bau von Wohnungen dort, wo bisher die Sportplätze liegen. Ein Vorhaben für die Zukunft, aber auch eines mit Hindernissen.

Denn in dem Bereich, in dem künftig Sport getrieben werden könnte, liegt eine ehemalige Auskiesungsfläche, die nach dem Kiesabbau verfüllt wurde. Ob davon eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht, ist Gegenstand eines aktuellen Gutachten. Es wurde von der Entwicklungsgesellschaft Gut Glinde, die das Projekt umsetzen möchte, in Auftrag gegeben. Die Bebauung ist möglich, da in dem Bereich, der für die neuen Sportanlagen vorgesehen ist, nur noch wenig Methan ausgast, so das Ergebnis des Gutachtens von Dr. Jens Skowronek. In einem Gelände, das an das geplante Sportgelände grenzt, seien die Gaswerte jedoch höher. Es müsste daher abgegrenzt werden. Viele Beteiligte müssen zustimmen, damit das Projekt umgesetzt werden kann: Die Stadt, die einen entsprechenden Bebauungsplan aufstellen müsste, der Kreis, der Überwachungsbehörde für die Verfüllung war und natürlich der Turn- und Sportverein Glinde (TSV).

Beim TSV ist die Entscheidung klar, der Umzug auf die neuen Anlagen soll so schnell wie möglich erfolgen. Das haben die Vorstandsmitglieder gerade mit einem dringenden Schreiben an alle Fraktionen in der Glinder Stadtvertretung deutlich gemacht.

„Ich möchte für den TSV Klarheit haben“, erklärt der Vorsitzende, Joachim Lehmann. Denn am alten Standort kämen beträchtliche Ausgaben auf den Verein und die Stadt zu. An Sportplätzen und Gebäuden sei so viel zu sanieren, dass die Kosten auf insgesamt fünf Millionen Euro geschätzt werden. Geld, das der TSV nicht hat, so Lehmann. Das alte Sportlerheim müsse abgerissen und ersetzt werden, der Rasenplatz braucht eine Sanierung, die Tennishalle einen neuen Bodenbelag, die Tennisplätze eine Drainage und auch für den Kunstrasen wird in absehbarer Zeit ein neuer Belag erforderlich. Außerdem fehlen Parkplätze. Das ist nur ein Teil der langen Liste, die vom Vereinsvorstand zusammengestellt wurde.

Kostenkalkulation und Bedenken

Um die Kosten für alle Maßnahmen genauer zu ermitteln habe der TSV einen Bausachverständigen beauftragt, so Lehmann. Den Politikern möchte der Verein gerne vor Ort erklären, was nötig ist und hat daher zu einer Begehung eingeladen. Die wird allerdings erst nach der Sommerpause stattfinden können. Aus der Politik gibt es Bedenken, ob die Übernahme der belasteten Fläche, sinnvoll ist. Bevor in der Stadt Entscheidungen fallen, war zunächst das Hanseatische Umweltkontor Lübeck beauftragt worden, das Gutachten der Entwicklungsgesellschaft zu überprüfen. Das Ergebnis liegt vor. Methodik und Aussagen in dem Gutachten werden als nachvollziehbar, schlüssig und damit korrekt ausgeführt angesehen.

Rahmenplan soll erstellt werden

Es müssten jedoch noch viele Grundsatzentscheidungen getroffen werden, betonte Bürgermeister Rainhard Zug. Dazu gehöre, welcher Bereich überplant wird. Die Stadtverwaltung möchte den gesamten Bereich von der K80 bis zur Straße Am Sportplatz mit einem Rahmenplan erfassen, die Investoren plädieren für einen kleineren Plan, der nur die Flächen, die sie verändern wollen, abdeckt. Schließlich wird es auch noch auf die Stellungnahme des Kreises ankommen, die bisher noch nicht vorliegt. Es gebe erste Signale, dass eine Bebauung grundsätzlich möglich ist, so Zug. Unter welchen Bedingungen sie erfolgen kann, sei jedoch noch nicht bekannt.
Der TSV ist mit aktuell rund 3000 Mitgliedern der größte Verein in Glinde und gehört zu den fünf mitgliederstärksten Vereinen in Stormarn.

Auch interessant