21. April 2021
Glinde

Sportverein verliert seine Kinder

In Glinde bleibt der Sportsektor weiterhin fast vollständig ausgebremst

Raul Leguizamon ist im Fitnesscenter für die Besucher da, darf zurzeit aber nur Einzeltraining anbieten Foto: Schult

Raul Leguizamon ist im Fitnesscenter für die Besucher da, darf zurzeit aber nur Einzeltraining anbieten Foto: Schult

GLINDE Die Mitgliederzahlen sinken, die Einnahmen gehen zurück, aber die Ausgaben laufen weiter. Die Situation des Turn- und Sportverein (TSV) Glinde bleibt angespannt, so wie bei vielen Sportvereinen bundesweit.

Der Verein kann seinen Mitgliedern zurzeit nur sehr wenige Angebote machen. Solange Training in Gruppen nicht zugelassen ist, kann sich daran nichts ändern. „Es gibt keine Eintritte, wenn wir keine Angebote machen können“, erklärt der Vorsitzende Joachim Lehmann. So waren bisher nur Austritte zu verzeichnen. Von fast 3000 ging die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr auf insgesamt 2540 Personen zurück. Vor allem Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren fehlen nun. Sie sind vor allem in den Abteilungen mit dem größten Umsatz, Tanzen, Turnen und Fußball, zu finden. Viel angefragt sind zudem Schwimmen und Wassergewöhnung. Doch die Schwimmhallen bleiben wohl noch länger geschlossen. „Wir werden große Probleme haben, das wieder aufzufangen“, sieht Lehmann voraus. Betroffen ist auch ein ganz besonderes Projekt, das die Glinder gemeinsam mit dem TSV Bargteheide vorbereiten. Sie wollen eine Spielgemeinschaft Handball mit Inklusionscharakter ins Leben rufen. Sie wäre einmalig im Kreis Stormarn. Vorgesehen ist, am Spielbetrieb der Inklusionsliga im Handballverband Schleswig-Holstein teilzunehmen.

Einzeltraining ist hier und da möglich

Viele Sportarten lassen sich nicht per Internet trainieren, so der TSV-Vorsitzende. Zudem haben Aktivitäten im Verein auch einen wichtigen sozialen Aspekt, die Mitglieder genießen es, sich persönlich zu treffen.
Zusätzlich zu Übungseinheiten via Internet in verschiedenen Sportarten können einzelne Personen in den Räumen des Vereins üben. Tanzen und Tischtennis sind so möglich. Auch Einzeltraining in der Tennishalle und im Fitnesscenter werden angeboten. Eine Ausnahme gibt es für den orthopädischen Reha-Sport auf dem Vereinsgelände, wobei strenge Hygieneregeln einzuhalten sind. „Wir möchten gerne auch wieder mit dem Herzsport starten“, betont Lehmann. Das ist jedoch derzeit nicht möglich, weil dazu die städtische Sporthalle Wiesenfeld genutzt werden müsste, die noch gesperrt ist. Da ein Defibrillator griffbereit und ein Arzt anwesend sein muss, lässt sich der Herzsport nicht in andere Räume verlegen. Unsicher ist noch, ob die Ferienfreizeiten in diesem Jahr stattfinden können. Planen ist so für den TSV kaum möglich. „Immer wieder wechselnde Vorschriften, das macht mich allmählich mürbe“, sagt Lehmann.

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