14. September 2022
Glinde

Spendenaufruf für das neue Mahnmal

Der Stadt Glinde fehlt das Geld für die Realisierung

Bürgermeister Rainhard Zug,  Christiane Langer von der Geschichtswerkstatt, Stadtarchivar Dr. Carsten Walczok, Schulleiter Johannes Haarbeck und Hans-Jürgen Preuß (v.l.) zeigen die Stelle, an der das Mahnmal aufgestellt werden soll Foto: Schult

GLINDE  Engagierte Glinder haben dafür gesorgt, dass in der Stadt ein Mahnmal aufgestellt wird, welches an das Leiden und Sterben vieler Menschen im Zwangsarbeiterlager im Ortsteil Wiesenfeld erinnern soll. Die Finanzierung schien gesichert, die Kommunalpolitik hatte 25.000 Euro zur Verfügung gestellt. Doch das Geld reicht nicht.

Nach langen Vorbereitungen und vielen Diskussion ist nun beschlossen, dass das Mahnmal bei der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld aufgestellt werden soll. Die Finanzierung schien gesichert, die Kommunalpolitik hatte 25.000 Euro zur Verfügung gestellt. Doch die Kosten sind gestiegen, es fehlen nun noch 8000 bis 9000 Euro. Das Geld soll durch eine Spendenaktion zusammenkommen. „Bürgerschaftliches Engagement ist ausschlaggebend dafür, dass das Mahnmal entstand. Jetzt wollen wir den Bürgern noch einmal die Möglichkeit geben, sich zu engagieren“, erklärte Bürgermeister Rainhard Zug bei einem Ortstermin am künftigen Standort. „Jeder Euro hilft.“

Der Spendenaufruf wird unterstützt von Stadtarchivar Dr. Carsten Walczok, Schulleiter Johannes Haarbeck sowie Hans-Jürgen Preuß und Christiane Langer von der Geschichtswerkstatt. Mit der Aktion werde das Projekt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt, betonen sie. Zug kündigte an, dass die Stadt die Restfinanzierung übernehmen wird. So soll gesichert werden, dass der geplante Termin für die Einweihung am Volkstrauertag gehalten werden kann.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten Gefangene im damaligen Kurbelwellenwerk arbeiten unter Bedingungen, die fast alle nicht überlebt haben. Das darf nicht vergessen werden, sind die Mitglieder der Geschichtswerkstatt, die aus der „Bürgerinitiative Glinde gegen rechts“ hervorgegangen ist, überzeugt. Der Entwurf für das Mahnmal war bei einem Wettbewerb an der Schule Wiesenfeld entstanden. Schüler hatten sich mit der Geschichte des Stadtteils beschäftigt und einen eindrucksvollen Entwurf geschaffen. Damit ist die Arbeit der Schüler mit diesem Teil ihrer Stadtgeschichte jedoch nicht abgeschlossen. Zurzeit wird an einem erklärenden Text gearbeitet, der das Mahnmal ergänzen wird. Unterstützt werden die Jugendlichen dabei von Stadtarchivar Walczok. Der Archivar plant zudem weitere Hinweise, die per QR-Code angeboten werden können. Dazu gehören Hinweise auf weitere Gedenkobjekte im Stadtgebiet wie die Stolperschwelle am Eichloh und die Kurbelwelle im Rathaus.

Spenden für das Mahnmal Lager Wiesenfeld können auf das Konto der „Bürgerinitiative Glinde gegen Rechts“, Hans-Jürgen Preuß, mit der IBAN DE04 2005 0550 1398 1457 38 überwiesen werden.

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