23. Juni 2022
Glinde

Mühle mit Mehlstaub und Hammerschlag

Historiker haben Ideen für das Museum entwickelt

Nach der Sommerpause will die Politik über das neue Museumskonzept diskutieren Foto: Schult

GLINDE  Eine hauptamtliche Fachkraft, zum Beispiel ein Historiker, soll den Heimat- und Bürgerverein (HBV) bei der Umstrukturierung und dem Betrieb des Museums Kupfermühle unterstützen. Das ist eine Idee der Wissenschaftler des Historischen Seminars der Christian Albrechts Universität in Kiel, Professor Dr. Oliver Auge und Professor Dr. Sebastian Barsch.

Die Stadt Glinde hatte den Auftrag erteilt, Vorschläge für eine zeitgemäße Entwicklung des Museums zu erarbeiten. Nach der Betrachtung der Mühlengeschichte und des Museums haben die Historiker drei Varianten zusammengestellt, wie sich das besondere Gebäude und die Sammlung historischer Exponate umgestalten ließen, so dass ein Museumsbesuch spannender und lehrreicher werden kann. „Wir sind der Auffassung, dass das Museum Glinder Kupfermühle ein enormes Potential hat, zu einem wertvollen Bildungs-, Austausch- und Kulturort für Glinde und darüber hinaus für den Kreis Stormarn zu werden. Die wertvolle Arbeit, die der Heimat- und Bürgerverein Glinde 1980 beim Aufbau und Betreiben der Mühle bislang geleistet hat, bildet dabei einen zentralen Grundstock für eine zukunftsweisende Weiterentwicklung,“ so das Fazit des Gutachtens.

Beim ersten Szenario bliebe im Wesentlichen alles wie es ist. Allerdings würde sich die Ausstellung auf ein Thema konzentrieren und die Zahl der Exponate verringert. Mehr und bessere Erklärungen wären nötig, Vergleiche zwischen früher und heute könnten zum Lernen anregen. Möglichkeiten zum Ausprobieren, für praktische Erfahrungen wie der Bereich „Vom Brot zum Korn“ bieten sich an. Der Staub vom Mahlen des Korns müsse in Kauf genommen werden. Eine grundlegende Umgestaltung sieht das zweite Szenario vor, dem die Historiker den Titel „Technikhistorisches Museum“ gegeben haben. Dabei würde die funktionstüchtige Kornmahltechnik durch einen funktionierenden Kupferhammer ergänzt. Damit das Mühlrad durch Wasserkraft angetrieben werden kann, müsste der Bach aufgestaut werden. Aufmerksamkeit zu schaffen durch Bewegung und Geräusche ist das Ziel. Pädagogische Führungen, die zum Tun animieren könnten, wie der Bau von Modellen und digitalem Material, gehören dazu.

Die dritte Variante sieht die Mühle als Kulturort, in dem zusätzlich zum Museum Veranstaltungen stattfinden. Auch dabei schlagen die Experten einen Kupferhammer vor. Kulturveranstaltungen müssten durch die Stadt organisiert und beworben werden, für den Museumsbereich wäre weiter der HBV zuständig, unterstützt durch eine hauptamtliche Fachkraft. Fragen der Finanzierung und der Wirtschaftlichkeit sind nicht Teil des Gutachtens, das unter www.glinde.de/ueber-uns/herzlich-willkommen/broschueren zu finden ist.

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