10. Juni 2021
Glinde

Mehr Schulden durch Corona-Krise

SPD-Politiker informieren sich über den Stand in der Schuldnerberatung

Von re. oben: Sylvia Ahlers, Jennifer Wurm, Janin Wauker (Schuldnerberaterinnen), Gerd Prüfer, Vorsitzender des Stormarner Sozial- und Gesundheitsausschuss, Schuldnerberaterin Monique Hoenig und der Landtagsabgeordnete Martin Habersaat
Foto: PT

GLINDE Seit 21 Jahren berät Monique Hoenig Menschen, die wirtschaftlich in Not geraten sind. Der Landtagsabgeordnete Martin Habersaat (SPD) und Gerd Prüfer, Vorsitzender des Stormarner Sozial- und Gesundheitsausschuss (SPD), waren bei der Schuldner- und Insolvenzberatung im Gemeinschaftszentrum Sönke-Nissen-Park Stiftung zu Gast.
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„Wir wollen diese unverzichtbare Arbeit unterstützen und es ist uns wichtig, Probleme zu kennen und Verbesserungsmöglichkeiten zu finden“, sagen die beiden Sozialdemokraten. Insgesamt 228 Akten bearbeitet das Team gerade, davon 172 laufende Insolvenzverfahren. „Akut haben wir immer etwa 50 Fälle in Arbeit“, berichtet Monique Hoenig. Sie hilft auch dann, wenn bereits der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht. Die Nachfrage in der Schuldnerberatung sei momentan allerdings so groß, dass es durchaus zu Wartezeiten von sechs bis sieben Wochen kommen kann. Bei akuten Problemen ,wie abgeschaltetem Strom oder einem drohenden Wohnungsverlust, könne aber sofort geholfen werden.
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Die Corona-Krise habe gezeigt, dass eine nachhaltige Beratung am Telefon schwer sei: „Menschen müssen sich öffnen, um eine Lösung zu finden, das geht besser von Angesicht zu Angesicht“, sagt die Schuldnerberaterin. Momentan gäbe es mehr Fälle, bei denen das Geld wegen Kurzarbeit oder Jobverlust knapper wird und auch Probleme durch das Online-Shopping nähmen zu. Zudem würden sich viele Menschen erst sehr spät bei der Beratungsstelle melden. „Ein wichtiges Thema ist auch die einfache Sprache“, sagt Ausschussvorsitzender GErd Prüfer. Natürlich müssten Ämter formal korrekt kommunizieren, „aber mehrseitige Schreiben, bei denen sich die wichtige Information auf Seite vier unten versteckt, sollte es nicht mehr geben.“ Martin Habersaat: „Wenn im Landtag oder im Bundestag ein Anspruch für Menschen definiert wird, ein Beispiel hier war das Bildungs- und Teilhabepaket, dann ist es ein Erfolg, wenn alle Menschen diese Leistung erhalten, denen sie zusteht. Es ist kein Erfolg, wenn möglichst viele Berechtigte diese Hilfe nicht bekommen.“ (pt)

Mehr Infos rund um die Schuldnerberatung sind auf der Internetseite www.gutshaus-glinde.de/schulden.html abrufbar

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