26. Oktober 2021
Glinde

Lohnt sich das noch?

Bürgerinitiative will die Suck‘sche Kate retten

Der Besitzer der Kate, ein Privatmann aus Hamburg, lässt das Gebäude seit Jahren verfallen, kam mehrfachen Aufforderungen, sie zu sanieren, nicht ausreichend nach
Foto: Tamm

GLINDE Lohnt es sich, die Suck‘sche Kate zu kaufen und zu restaurieren? Die Meinungen der Glinder sind gemischt. Das erfuhren die Mitglieder Bürgerinitiative zur Rettung der Suck‘schen Kate.
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Mit Flugblätter, einer Unterschriftenliste und vielen persönlichen Gesprächen machte die Initiative, die wenige Mitglieder zählt, auf ihr Anliegen aufmerksam. „Endlich tut sich etwas“ und „Da muss etwas geschehen“ waren einige der positiven Äußerungen. Es gab aber auch Bedenken: „Das wird viel zu teuer“ und Unentschlossene, denen das alte Haus nicht wichtig ist, gibt es, berichtet Jan Schwartz, Sprecher der Initiative. Mit ihm engagieren sich Ingeborg Stoller, Dr. Jürgen Ruben und Hans-Jürgen Preuss, damit das reetgedeckte Fachwerkhaus an der Dorfstraße nicht vollends zerfällt. Insgesamt waren sie mit ihrer Aktion zufrieden. „Es ist gut gelaufen“, sagt Schwartz. Viele Glinder haben für den Kauf und Erhalt des Gebäudes durch die Stadt unterschrieben.
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Inzwischen ist der Zustand der Suck‘schen Kate sehr schlecht. Fenster sind zerbrochen, Balken vermodert, das Dach droht einzustürzen, eine Wand musste bereits mit Balken abgestützt werden. Bürgermeister Rainhard Zug verhandelt mit dem Besitzer, will die Kate für die Stadt retten. Er ist optimistisch, dass eine Übernahme durch die Stadt im Laufe des kommenden Jahres möglich ist. Dem müsste die Stadtvertretung zustimmen. Da eine Sanierung sicher sehr teuer wird, ist das Thema in der Politik noch umstritten.
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„Ich bin optimistisch und erwarte, dass wir im November den Beschluss fassen, die Kate zu übernehmen“, sagt Schwartz. Dann werde es unter anderem darum gehen, Sponsoren für die Sanierung zu suchen. Auch über die künftige Nutzung muss nachgedacht werden, ein Gemeinschaftszentrum könnte dort entstehen. Damit bliebe auch für die Bürgerinitiative noch viel zu tun. Sie sieht die Aktion am Sonnabend zur Marktzeit daher auch als ersten Schritt. „Wir wollen unter anderem eine Versammlung organisieren, um die Initiative auf eine breite Grundlage zu stellen“, kündigt Schwartz an. „Auch wenn wir uns über das Verhalten des Besitzers enorm ärgern, müssen wir jetzt nach vorne gucken.“ Die Suck‘sche Kate war Wohnsitz des Schumachers und Ortsvorsteher Johann Hinrich Suck. Er wurde dort 1845 geboren und wohnte mit seiner Familie in dem Haus. Bis zum Jahr 2011 hatte die Enkelin Johann Hinrich Sucks darin gewohnt. Nach ihrem Tod verkauften die Erben das Anwesen, boten es auch der Stadt an, die es damals als zu teuer ausschlug.

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