23. Juni 2021
Glinde

Kinder werfen einen Blick in die Zukunft

Eine Zeitkapsel soll sie an ihre Schulzeit erinnern

Die Viertklässler und ihre Lehrerin haben sich eine ganz besondere Aktion ausgedacht Foto: pt

GLINDE Ein Glücksbringer, ein angekauter Bleistift, eine aktuelle Tageszeitung, eine Murmel, ein Haargummi und eine Minecraft-Sammelkarte: All diese Dinge und noch mehr wanderten kürzlich aus flinken Kinderhänden feinsäuberlich in eine silbrig glänzende Zeitkapsel.

Dann krempelten die Viertklässler der Grundschule Wiesenfeld tatkräftig die Ärmel hoch und gruben gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin ein tiefes Loch, um die Kapsel darin zu vergraben. Im Jahr 2036 wollen die dann Erwachsenen ihren „Schatz“ wieder heben, um sich dann hoffentlich an eine wunderbare Schulzeit und Kindheit erinnern zu können. Frei dem Motto „Ich packe meine Zeitkapsel und nehme 15 Jahre in die Zukunft mit: …“ hatten die Kinder noch viele andere Gegenstände gesammelt, die stellvertretend als Symbole für die Jetztzeit stehen.

Kein Wunder also, dass auch eine Mund-Nasen-Maske, eine Coronatest-Anleitung und ein negatives Testergebnis feste Bestandteile des Sammelsuriums waren. Dazu legten die Kinder handgeschriebene Briefe mit gemalten Selbstporträts in die Kapsel. Festhalten sollten die Grundschüler darin, was ihnen heute am wichtigsten ist und was sie im Jahr 2036 möchten, an was sie sich gern erinnern wollen und was sie aus ihrer Grundschulzeit vermissen werden.

Tatsächlich wünschten sich die meisten Kinder für die Zukunft eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus. Für viele Jungs der Klasse ist es wichtig, einmal ein richtig cooles Auto zu fahren. Die Mädchen wollen eine Familie und Freunde haben. Aber auch einige Jungs stellten sich in 15 Jahren ein Leben mit einer eigenen Familie vor – zur Not reiche dafür auch ein Adoptivkind. Die Berufswünsche der Kinder sind dabei gleichermaßen ambitioniert wie fantastisch: Eine Chemikerin, die ein neues Element entdeckt, ein Forscher, eine Architektin, eine Meeresbiologin, ein Gutachter, eine Tierärztin und ein Techniker könnte aus den Schülern einmal werden.

Die meisten von ihnen waren bei der Vorstellung, die Zeitkapsel zu vergraben, übrigens reichlich aufgeregt, litten sogar unter Bauchweh. Ihre größte Angst: Irgendjemand könnte die Kapsel ausgraben, bevor die 15 Jahren vergangen sind. Das wird hoffentlich nie passieren. Das Vergraben der Zeitkapsel war Teil ihrer rührenden Abschiedsfeier von der Grundschule Wiesenfeld.

 

Die Kinder vergraben gemeinsam die Zeitkapsel Foto: pt

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