27. Oktober 2022
Glinde

„Kate fällt noch nicht zusammen“

Hamburger Architekt stellt Ideen für Erhalt des historischen Gebäudes vor

Kate

Die Suck`sche Kate ist laut Architekt durchaus noch zu retten und einigen Einsatz wert Foto: Schult

GLINDE Das Schicksal der Suck`schen Kate ist noch nicht entschieden. Davon geht die Bürgerinitiative aus, die sich für den Erhalt des historischen Gebäudes an der Dorfstraße einsetzt. Sie hat einen sachkundigen Hamburger Architekten zu einer Besichtigung eingeladen und die Ergebnisse der Begehung der Glinder Politik vorgestellt.

Architekt Johann-Christian Kottmeier hat konkrete Vorschläge entwickelt, wie das denkmalgeschützte Gebäude in der Glinder Ortsmitte zu einem Treffpunkt für die Stadt werden kann. Kottmeier gilt als „Retter des Hufnerhauses“ am Moorfleeter Deich in Allermöhe, das unter seiner Regie vor dem Abriss bewahrt und saniert wurde.

Die Suck`sche Kate sei in einem viel besseren Zustand als allgemein befürchtet, stellte Kottmeier fest. „Das Gebäude weist baualtersbedingte Schäden auf, kann aber ohne größere Probleme holzbautechnisch mit tradierten Handwerksmethoden saniert werden. Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie dieses wertvolle Zeitzeugnis erhalten wollen, das für Glinde einmalig ist“ fügte er an die Politik gerichtet hinzu. Der Erhalt der Kate sei einigen Einsatz wert.

Überschaubare Kosten, lange Bauzeit

Die Sanierung hält der Architekt mit überschaubaren Kosten für möglich, wobei er allerdings von einer langen Bauzeit ausgeht. Über zehn Jahre müssten nach seiner Schätzung jährlich 200.000 Euro investiert werden, um Haus und Grundstück für die Allgemeinheit zu erhalten. Das Projekt könnte mit gemeinschaftlichen Mitteln, zum Beispiel mit einer Jugendbauhütte, umgesetzt werden. Ein solches Vorgehen hat bei der Rettung des Hufnerhauses in Allermöhe zum Erfolg geführt. Bei der Jugendbauhütte Hamburg absolvieren junge Menschen ein freiwilliges Soziales Jahr und arbeiten in der Denkmalpflege.

Die Politiker und Politikerinnen hörten sich den Vortrag des Architekten aufgeschlossen an. Sie wollen in einer Arbeitsgruppe mit Bürgermeister Rainhard Zug weiter über die Zukunft der Kate beraten. Dabei dürfte auch ein möglicher Rückkauf des Gebäudes erneut ein Thema sein. Noch ist das Anwesen in Privatbesitz.

Die Bürgerinitiative sieht in den von Kottmeier entwickelten Ideen eines kleinen Parks auf dem Grundstück mit der Kate als Treffpunkt für Bürger/-innen in der Mitte eine Möglichkeit zur Aufwertung von Glindes Innenstadt.

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