6. Juli 2022
Glinde

Geplanter Kauf der Kate steht in Frage

Die Stimmung in der Politik kippt auf Ablehnung

Die historische Suck‘sche Kate in Glinde verfällt Jahr für Jahr weiter Foto: Schult

GLINDE Soll die Stadt die Suck‘sche Kate tatsächlich kaufen? Darüber gehen die Meinungen in der Politik auseinander. Das zeigte sich unlängst erneut, als im Hauptausschuss diskutiert wurde, ob sich eine Arbeitsgruppe mit der künftigen Nutzung des Gebäudes und des Grundstücks beschäftigen soll.

Beantragt hatten dies die Grünen. „Wir gehen davon aus, dass zurzeit die Verhandlungen über den Kauf laufen, wir sollten vorbereitet sein“, so die Fraktionsvorsitzende Petra Grüner. Doch die anderen Fraktionen lehnten das Ansinnen ab. Noch eine Arbeitsgruppe belaste die ehrenamtlichen Politiker zu stark, argumentiert CDU-Fraktionschef Dr. Rainer Neumann. In seiner Fraktion gingen die Meinungen, ob ein Kauf überhaupt sinnvoll sei, auseinander. „Wir sollten die Verhandlungen abwarten und dann weiter sehen.“ Ähnlich argumentiert der Vorsitzende der FDP-Fraktion Thomas Kopsch: „Ich gehöre inzwischen zu den Skeptikern was den Kauf angeht. Eine Arbeitsgruppe ist der völlig falsche Weg, wir haben die Expertise nicht.“ Die Bürgerinitiative für den Erhalt der Suck‘schen Kate könne ja Vorschläge machen, wie das Gebäude verwendet werden kann.

Das ist auch aus Sicht des Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten, Frank Lauterbach ein gangbarer Weg. Auch ohne einen Verkauf sei der jetzige Eigentümer in der Pflicht, die Kate zu erhalten. Sie steht unter Denkmalschutz. Lauterbach ging zudem auf den Kaufpreis ein, der erwartet wird. 600.000 Euro sind im Etat der Stadt dafür eingeplant. Wenn das Grundstück geteilt wird und ein Bereich als Bauland verwendet wird, wolle der Eigentümer noch mehr Geld. „Was jetzt auf dem Tisch liegt, geht nur zu Gunsten des Eigentümers“, so der SPD-Fraktionschef. Schließlich würden noch etliche Millionen Euro für die Sanierung des verfallenden Gebäudes zu finanzieren sein. Bevor das geschehe, möchte die SPD die Glinder Bürger nach deren Meinung fragen.

Die Kate könnte als Begegnungszentrum genutzt werden, dazu habe es bereits viele Vorschläge von der Bürgerinitiative gegeben, entgegnete Jan Schwartz von den Grünen, der für die Stellungsnahme kurzzeitig von der Rolle des Ausschussvorsitzenden in jene des Mitglieds der Bürgerinitiative wechselte. Für ein umfangreiches Nutzungskonzept sei es noch zu früh, erklärte Bürgermeister Rainhard Zug. Aber die Kate sei erhaltenswert. Das zeige sich schon daran, dass sie unter Denkmalschutz gestellt wurde. Eine Entscheidung fiel noch nicht. Der Antrag der Grünen wird zurückgezogen und soll im August wieder auf die Tagesordnung kommen.

Auch interessant