17. Februar 2021
Glinde

Fische und Pflanzen verschwinden

Glinder Angelsportverein will den Zustand der Gewässer verbessern

Die gelben Plastikbälle auf dem Mühlenteich sind kein Unrat sondern Bojen, mit denen Laichhilfen gekennzeichnet werden Foto: Schult

Die gelben Plastikbälle auf dem Mühlenteich sind kein Unrat sondern Bojen, mit denen Laichhilfen gekennzeichnet werden Foto: Schult

GLINDE Der Zustand der Gewässer in Glinde hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Das hat Markus Berg, Vorsitzender des Angelsportvereins Glinde (ASV), beobachtet. Erkennen läßt sich dies unter anderem daran, welche Fische gefangen werden. Es würden immer weniger. Aber auch das Verschwinden etlicher Wasserpflanzen aus dem Mühlenteich und dem angrenzenden Schutzgebiet sei bedenklich. „Früher gab es noch Seerosen“, führt Berg ein Beispiel an. Der Teich habe durch Hochwasser vor allem aber durch Dürre sehr gelitten. Die Glinder Au, die durch den Teich fließt, falle immer früher und länger trocken. So kann sie die Teiche nicht mehr auffüllen. Der Angelsportverein kann zwar nicht für mehr Regen sorgen, doch will er die Qualität des Gewässers verbessern.

Als einen Schritt wurden Laichhilfen für Zander im Mühlenteich versenkt. An gelben Bojen, die auf der Oberfläche schwimmen, sind Tannenbäume befestigt. „Zander brauchen für ihren Laich die rauen Strukturen, wie sie die Nadelbäume bieten“, erklärt Berg. Die Bäume schwimmen in gehörigem Abstand, weil Zander ein eigenes Revier brauchen. Sie bewachen ihren Nachwuchs. Mit den Maßnahmen soll versucht werden, wieder eine natürliche Vermehrung der Fische zu erreichen. Der Mühlenteich ist sehr künstlich angelegt. „Er ist eigentlich eine Badewanne“, sagt der ASV-Vorsitzende. Ein Gewässer, das den Bedürfnissen der Tiere nicht entgegenkommt. So fangen die Angler zurzeit vor allem, was sie zuvor selbst eingesetzt haben.Nun habe sich jedoch eine Gruppe zusammengefunden, die sich um eine Renaturierung des Gebietes bemüht. Das käme letztendlich nicht nur Fischen sondern auch weiteren Tieren am und im Wasser entgegen. Umfangreichere Umgestaltungen kosten allerdings mehr Geld als der Verein mit seinen rund 200 Mitgliedern aufbringen kann. „Wir müssen mit der Stadt reden, ob sie bei der Finanzierung helfen kann“, sagt Berg.

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