17. Februar 2021
Glinde

Die Suck’sche Kate verfällt immer mehr

Bürgerinitiative will nun online Druck machen

Martin Habersaat (SPD) vor dem historischen Bauwerk Foto: SPD

Martin Habersaat (SPD) vor dem historischen Bauwerk Foto: SPD

GINDE Der Verfall des in Privatbesitz befindlichen historischen Fachwerkhauses an der Dorfstraße erhitzt seit Jahren die Gemüter. Nun ruft die Bürgerinitiative zur Rettung der Suck’schen Kate zu einer Mail-Aktion auf. „Inzwischen wurde eine Seitentür aufgebrochen, das Glas eingeschlagen, jeder kann dort ein und ausgehen. Der Wintersturm hat nun einen idealen Angriffspunkt, um mit den Abbrucharbeiten zu beginnen. Die Tage der Kate sind gezählt, wenn jetzt nicht dringend etwas unternommen wird“, so die Mitglieder der Bürgernitiative. Weil Demonstrationen aufgrund der Kontaktbeschränkungen aktuell nicht durchgeführt werden können, „sollten möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in Emails ihren Unmut gegenüber der Stadt äußern“.

Auch Martin Habersaat, stellvertretender Vorsitzender und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Schleswig Holstein, sorgt sich um den Zustand des Kulturdenkmals. Das bereits vor 1813 erbaute Haus diente einst dem Schuhmacher und Gemeindevorsteher Hinrich Suck als Werkstatt, Büro und gute Stube. Seit 2012 ist es im Besitz eines Hamburgers. Habersaat hatte die Landesregierung zuletzt im Sommer 2019 um eine Einschätzung der aktuellen Situation rund um die Kate gebeten. Diese sah die Denkmalsubstanz damals nicht gefährdet.

„Jetzt habe ich erneut gefragt, und nun liest es sich anders. Das Dach macht Sorgen, eine Tür ist zerstört und das Gebäude wirkt nicht so, als würde es noch lange so stehenbleiben. Die Suck’sche Kate ist in Gefahr und wir müssen Wege zu ihrer Rettung finden,“ drängt Habersaat. Der Eigentümer habe die Sanierung der Kate bereits angekündigt, bisher aber nicht umgesetzt. Nach Ablauf der Baugenehmigung im Juni 2020 seien dem Eigentümer weitere Notsicherungsmaßnahmen am Reetdach und die Sicherung einer zerstörten Tür aufgegeben worden. Entsprechende Fristen liefen bis 2021. „Es sieht nicht so aus, als sei etwas passiert,“ stellt Habersaat fest.

Auch der Glinder SPD-Vorsitzende Frank Lauterbach kritisiert: „Rechtsgutachten wurden eingeholt, Rückkaufangebote unterbreitet, ein Enteignungsverfahren geprüft, die Grünen haben eine Bürgerinitiative gegründet. Bisher zeigte keine dieser Maßnahmen Erfolg.“

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