11. Mai 2022
Glinde

Birgt die alte Kate Gesundheitsrisiken?

Abgeordneter warnt vor Asbest und Stolperfallen

Hans-Jürgen Preuß von der Bürgerinitiative, Dr. Konstantin von Notz, Katharina Bartsch und Jan Schwartz, ebenfalls von der Bürgerinitiative, vor der historischen Kate (v.l.)
Foto: Schult

GLINDE   Vom Grundstück der Suck’schen Kate an der Dorfstraße könnten bedrohliche Gesundheitsgefahren ausgehen. Das fiel dem Bundestagsabgeordneten Dr. Konstantin von Notz (Bündnis 90/Die Grünen) bei einem Besichtigungstermin auf, zu dem die Bürgerinitiative zur Rettung der Suk’schen Kate eingeladen hatte.

Zusammen mit seiner Parteikollegin Katharina Bartsch stellte von Notz fest, dass ein Blick bisher Unbeteiligter auf das Anwesen Aspekte offenbart, die den Glindern womöglich gar nicht mehr auffallen. Für besonders bedenklich hält er den Schuppen im hinteren Bereich, der dem Anschein nach aus asbesthaltigen Eternitplatten bestehe. An vielen Ecken sind die Platten gebrochen, könnten, sollte es tatsächlich so sein, folglich den krankmachenden Asbeststaub in die Umwelt abgeben. „Das muss im Zuge der Gefahrenabwehr dringend geklärt werden“, so die Ansicht des Bundestagsabgeordneten. „Es ist gefährlich, wenn zum Beispiel Kinder darin herumlaufen.“ Da das Grundstück nicht abgesichert ist, kann es jederzeit betreten werden. Von Notz ist der Ansicht, dass sich die Stadt darum kümmern muss. Das gelte auch für einige Bäume mit toten Ästen, die sich in Richtung Fußweg neigen. Das Anwesen ist in Privatbesitz, der Inhaber lässt die historische Kate ebenso wie die weiteren Gebäude seit Jahren verfallen.

Stadt prüft Zuständigkeit

Bürgermeister Rainhard Zug sieht aktuell keinen Handlungsbedarf für seine Verwaltung. Sich um den Zustand der Kate zu kümmern, sei zunächst Aufgabe der Denkmalschutzbehörde. Er werde sich um diesen Hinweis jedoch kümmern, erklärte Zug auf Anfrage der Glinder Zeitung: „Wir werden prüfen ob wir zuständig sind und eingreifen müssen.“ Die obere Denkmalschutzbehörde in Kiel hatte erwogen, die denkmalgeschützte Reetdachkate vor dem weiterem Verfall zu schützen, das Dach mit einer Plane abzudecken und die zerbrochenen Fenster und Türen mit Holz abzudichten. Da der Besitzer der Aufforderung, sich genau darum zu kümmern aber nicht nachkommt, könne das im Rahmen einer Ersatzvornahme geschehen.

Falls die Stadt das Anwesen erwirbt, was immer wieder einmal zur Diskussion steht, werde allerdings darauf verzichtet. Das hatte die Kieler Behörde der Glinder Verwaltung bereits vor geraumer Zeit mitgeteilt und auch um eine Stellungnahme gebeten. Die Stadtverwaltung in Glinde hatte darauf allerdings nicht reagiert, ebenso wenig auf eine zweite Aufforderung. Erst nachdem die SPD-Fraktion diesbezüglich noch einmal nachgefragt hatte, gab es eine Antwort von der Stadt. Diese hat Interesse daran, dem jetzigen Eigentümer die Suk’sche Kate abzukaufen, ein solcher Deal könnte Mitte des Jahres möglich sein. Eine politische Entscheidung dafür gibt es allerdings noch nicht. So sind auch die 600.000 Euro für den Grundstückskauf zwar eingeplant, aber mit einem Sperrvermerk versehen.

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