6. Oktober 2021
Glinder Zeitung

Glasfasernetz und Wohnraum ausbauen

Nina Scheer hat große Pläne für ihren Wahlkreis

Dr. Nina Scheer (SPD) wurde als Direktkandidatin wiedergewählt Foto: Benno Kraehahn

Dr. Nina Scheer (SPD) wurde als Direktkandidatin wiedergewählt Foto: Benno Kraehahn

STORMARN Dr. Nina Scheer vertritt den Wahlkreis 10 auch in dieser Legislaturperiode im Deutschen Bundestag. Die erfahrene Sozialdemokratin wurde als Direktkandidatin wiedergewählt. Was nimmt sie sich für die kommenden vier Jahr im Amt vor? Barbara Schult, Freie Mitarbeiterin der Glinder Zeitung, hat nachgefragt.

Glinder Zeitung: In welchem Bereich werden Sie sich in der neuen Legislaturperiode im Bundestag besonders intensiv engagieren?
Dr. Nina Scheer: Unabhängig von der noch ausstehenden Ausschussneubesetzung sehe ich es weiterhin als meinen Schwerpunkt an, Maßnahmen zur Beschleunigung der Energiewende zu verfolgen, da hier Kernelemente des Klimaschutzes verankert sind. Dieser erfordert aber auch nachhaltige Landwirtschaft, die Überwindung von Zwei-Klassen-Ernährung, die Mobilitätswende und auch den Umstieg auf regenerative Ressourcen in vielen weiteren Bereichen. Auch mit anderen Bereichen werde ich mich weiterhin intensiv befassen. So bedarf es der Einführung eines umfassenden Whistleblowerschutzgesetzes, und auch die Rahmenbedingungen der Sterbebegleitung müssen neu gefasst werden, um dabei Sterben in Würde, begleitet durch Fürsorge und zugleich Selbstbestimmung, zu gewährleisten.

GZ: Welche Themen sind für den Wahlkreis besonders wichtig?
Scheer: Um eine Mobilitätswende in der Region Herzogtum Lauenburg/Süd-Stormarn zu erreichen, brauchen wir ein verstärktes Schienennetz sowie eine deutlich höhere Taktung sowohl des Regional- und Fernverkehrs als auch des weiteren ÖPNVs. Der Bahnabschluss für Geesthacht muss realisiert werden. Anders lautende Priorisierungen von Seiten des Landes zeigen, dass die Prämissen der Entzerrung von Metropolregionen – auch zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums bis heute verkannt werden. Zudem brauchen wir den beschleunigten Ausbau Erneuerbarer Energien und von Ladesäuleninfrastruktur sowie weiter fortschreitende Digitalisierung an Schulen und flächendeckenden Glasfaserausbau. Für weitere Themen verweise ich aus Platzgründen auf meine Homepage, www.nina-scheer.de

GZ: Mit welcher Koalition lassen sich die Ziele aus Ihrer Sicht am besten umsetzen?
Scheer: Mit dem Ergebnis der Bundestagswahl hat die SPD mit Olaf Scholz einen klaren Führungsauftrag erhalten. Zugleich haben viele Wählerinnen und Wähler der CDU und auch der CSU ihr Vertrauen entzogen. Letzteres, wie auch fehlende Gemeinsamkeiten zwischen der SPD und der Union, etwa mit Blick auf eine zu beschleunigende Energiewende, aber auch in sozialpolitischen Fragen, sprechen gegen ein fortgesetztes Bündnis mit der Union. Weder eine erneute Große Koalition noch ein Jamaika-Bündnis lassen sich aus dem Wahlergebnis zielführenderweise ableiten. Meine Wunschkoalition, Rot-Grün, hat keine Mehrheit. Die Zeichen stehen auf Rot-Grün-Gelb. Optional bliebe auch eine Minderheitsregierung. Ein Koalitionsvertrag muss dabei die Kräfteverhältnisse der Fraktionen, mit der SPD als deutlich stärksten Kraft, gefolgt von den Grünen, widerspiegeln.

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