18. August 2021
Glinder Zeitung

Gegen große Neubau-Projekte

FDP Reinbek wünscht Richtungswechsel im Wohnungsbau

Bernd Rasch, Stadtverordneter der FDP in Reinbek, stellte die Ideen der Fraktion zum Thema Wohnungsbau vor Foto: Rutke

Bernd Rasch, Stadtverordneter der FDP in Reinbek, stellte die Ideen der Fraktion zum Thema Wohnungsbau vor Foto: Rutke

REINBEK Die Frage, wo und in welchem Umfang neue Wohnprojekte in der Stadt entstehen sollen, sorgt für viel Diskussionsstoff. Am Mittwochabend hat die FDP-Fraktion ihre Ideen zur Wohnbauentwicklung in der Stadt vorgestellt. Die Aussage ist deutlich: Große Neubau-Projekte lehnen die Kommunalpolitiker ab. Sie wollen den Bestand nutzen und – wenn nötig – maßvoll nachverdichten.

„Wir wollen zeigen, dass es auch andere Positionen in der Stadt gibt“, erklärte Bernd Uwe Rasch, Stadtverordneter der FDP. Zusammen mit vier weiteren Fraktionskollegen hat er die sitzungsfreie Zeit genutzt und das Konzept erarbeitet. Ziel der FDP sei es, die Schönheit Reinbeks als Stadt im Grünen zu erhalten, so Rasch. Reinbek bestehe aus verschiedenen Stadtteilen, was seinen Charakter ausmache. Und der gehe verloren, wenn zwischen den einzelnen Stadtteilen weitere Wohnprojekte realisiert werden. „Wir vermissen in Reinbek eine Bedarfsplanung für weitere Neubaugebiete“, sagt er. Außerdem sieht seine Fraktion in diesen Großprojekten einen Widerspruch zum Klimaschutz.
Fakt dagegen ist, dass in der Stadt bezahlbarer und barrierearmer Wohnraum fehlt. Auch ohne Neubaugebiete gibt es laut Rasch durchaus ein Wohnungsangebot in der Stadt, nur seien die Wohnungen natürlich nicht immer verfügbar.

Eine Lösung für das Problem könnte nach Meinung der FDP ein neues Netzwerk Wohnen sein. Daran beteiligt sein sollen die Reinbeker Bürger, die Arbeitgeber, die Eigentümer, Wohnungsbaugenossenschaften, die Stadt, Beiräte, die Fraktionen und soziale Einrichtungen. „Wir möchten, dass im Wohnungsbestand mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung investiert wird“, so der Politiker. Außerdem wünscht er sich, dass in Reinbek ein Beratungsangebot geschaffen wird rund ums Wohnen. Ältere Reinbeker könnten hier Informationen über die Förderung des barrierefreien Umbaus erhalten.

Die übrigen Fraktionen der Stadtvertretung beziehen wie folgt Position zum Thema: „Ziel der CDU Reinbek ist die Schaffung von ausreichend Wohnraum in allen Preissegmenten und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Generationen“, erklärt Patrick Ziebke, Vorstandmitglied der CDU Reinbek. Die Bürger sollen hierbei frühest möglich in geplante Vorhaben eingebunden werden. Außerdem möchten die CDU-Politiker Voraussetzungen dafür schaffen, dass Reinbekerinnen und Reinbeker auch in Reinbek wohnen bleiben können. Bei der Stadtentwicklung soll stets der Erhalt der vielfältigen Naturlandschaft berücksichtigt werden.

Ähnlich argumentiert die SPD: Einbezug der Bürger in Projekte, attraktive, bezahlbare Wohnungen für alle Bevölkerungsgruppen und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen jungen Familien mit Kindern und älteren Bürgern sind die Ziele. Die Sozialdemokraten treten für öffentlich geförderten Wohnungsbau in der Stadt ein.
Die Mitglieder von Forum21 sprechen sich ebenfalls für Wohnungen zu erschwinglichen Mieten aus, gerade für Alleinerziehende, junge Familien und Senioren.
Seitens der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen lag bis Redaktionsschluss keine Aussage vor.

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