3. November 2021
Glinder Zeitung

Ein Neubau ja bitte, aber bloß wie?

Pläne für Haspa-Filiale und Wohnungen bereiten Politikern Kopfzerbrechen

Die Entscheidung, wie die Baumaßnahmen konkret aussehen sollen, wurde vorerst vertagt Foto: Schult

Die Entscheidung, wie die Baumaßnahmen konkret aussehen sollen, wurde vorerst vertagt Foto: Schult

GLINDE Bebauungspläne auf Wunsch der Eigentümer zu ändern, ist ein Thema, das die Glinder Politik zurzeit mit ganz spitzen Fingern anfasst. Am liebsten würde sie es wohl gar nicht anfassen. So wurde auch das Aufstellungsverfahren zur Änderung des Planes für die Ecke Mühlenstraße/Möllner Landstraße zunächst nicht auf den Weg gebracht.

Dort sollen das Gebäude, in dem die Hamburger Sparkasse ihre Filiale hat, sowie der Komplex Mühlenstraße 5 vergrößert und modernisiert werden. „Wenn wir das jetzt genehmigen, passiert uns dann dasselbe wie beim San Lorenzo?“ fragte Peter Michael Geierhaas (SPD). Und könne man sicher sein, dass die Haspa-Filiale auch an diesem Standort bleibe? Das kann man nicht, antwortete Bürgermeister Rainhard Zug (CDU). Er wies aber darauf hin, dass die Haspa in diesem Fall nur Mieter sei, nicht Eigentümer. Die Eigentümer der Gebäude hatten ihre Vorhaben in einer vorhergehenden Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz bereits vorgestellt. Zwar passen die geplanten Gebäude in die vorgegebenen Baufenster, doch ist der Bereich als Sondergebiet Ladenzentrum festgesetzt. Die Bauherren wollen jedoch nicht zusätzliche Ladenflächen sondern vor allem mehr Wohnraum schaffen. Sie wollen zudem höhere Gebäude erreichen, als das bisher möglich war. Die Pläne sehen drei bis vier Geschosse vor.

„Es gibt viele Punkte, die nicht okay sind“, sagte Geierhaas. Dazu gehört eine neue Zufahrt von der Möllner Landstraße zur künftigen Tiefgarage. Damit werde ein Unfallschwerpunkt geschaffen, befürchten die Politiker. Sie gehen davon aus, dass ein Verbot, nach links von der Möllner Landstraße zu den Stellplätzen abzubiegen, nicht eingehalten wird. Maureen Macoun (Bündnis 90/Die Grünen) sah es als Problem an, dass der Radweg durch die Zufahrt noch einmal unterbrochen werde.

Es gäbe zu wenig Parkplätze, monierte Matthias Sacher (CDU). „Wie stellen wir sicher, dass das Bauwerk in das künftige Bild der Innenstadt passt?“ fragte Thomas Kopsch (FDP) und beantragte, nicht zu entscheiden, sondern das den Antrag zuvor noch einmal in den Fraktionen zu diskutieren. „Die jetzige bauliche Situation kann man sicher optimieren“, erklärte CDU-Fraktionschef Dr. Rainer Neumann. „Es werden eine Reihe neuer Wohnungen geschaffen, die wir gut gebrauchen können.“ Allerdings müsse man sich noch über die Fassade Gedanken machen. Daher schloss er sich dem Antrag von Thomas Kopsch an, der dann einvernehmlich angenommen wurde.

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