24. April 2021
Geesthacht

Schwarzenbek hui, Geesthacht pfui

Unterschiede in den DRK-Ortsverbänden

Philipp Holst (ll.) und Lasse Schmidt leiten die Eintopfaktion in Schwarzenbek Foto: Stefan Huhndorf

Philipp Holst (ll.) und Lasse Schmidt leiten die Eintopfaktion in Schwarzenbek Foto: Stefan Huhndorf

GEESTHACHT/SCHWARZENBEK In Geesthacht liegt der DRK-Ortsverein am Boden. Ganz anders in Schwarzenbek: Der mehr als 100 Jahre alte Ortsverein hat mehr als 900 Mitglieder und bietet viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu betätigten.

Der Verein in Schwarzenbek betreibt eine Tafel für Bedürftige, einen Rot-Kreuz-Shop mit gebrauchter Kleidung und Möbeln, hat einen Wochenmarktstand mit Eintöpfen und verköstigt Besucher bei Großveranstaltungen. Außerdem sind die Retter in der Europastadt durch Feste und in Nicht-Corona-Zeiten einem Festball ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.

Ganz anders in Geesthacht: Der Ortsverein des DRK hat fast alle Fahrzeuge abgemeldet. Der Vorsitzende Andreas Friedrich begründet dies mit Kosteneinsparungen. Wegen der Corona-Situation gäbe es so gut wie keine Veranstaltungen, für die ein Sanitätsdienst geordert würde. Einnahmen gibt es nur aus der Jahresgebühr der 250 Mitglieder.

Unterstützung leistet die Stadt mit einem Mietzuschuss in Höhe von 12.000 Euro jährlich, sowie 1540 Euro jährlich zur Unterhaltung des Fuhrparks. „Blutspendetermine seien eingeschränkt möglich“, sagt Friedrich. Da aber unter Corona-Bedingungen kein Konzept erstellt worden sei, gibt es effektiv seit 2018 keine Blutspende mehr.
In Schwarzenbek gibt es regelmäßig Blutspendetermine. Wegen der Pandemie werden sie aber vom DRK-Zentrum an der Bismarckstraße unter anderem in das wesentlich größere Forum der Gemeinschaftschule verlegt.

Die Unterschiede zwischen beiden Standorten sind enorm. Die einen haben Angebote, die sich einfach auch aus einer langen Tradition speisen, die anderen sind angewiesen auf Aktuelles – was derzeit wegen Corona nicht zu haben ist. Mark Lehmann vom DRK-Ortverein Schwarzenbek sagt: „Unser Grundgedanke ist nach wie vor zu helfen, wenn es nötig ist.“ Und das motiviere die Mitglieder zu neuen Ideen. Vielleicht ja auch in Geesthacht.

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