17. April 2021
Eppendorf

Einladung zur Naturentdeckung

Führungen in der Stadt für Kids und Große

Thomas Schmidt (rechts) bei der Zugvogelzählung auf der Mole vor dem Yachthafen in Wedel
Foto: Haas

HOHELUFT-OST Wieder sind sie zwar an- aber abgesagt: die beliebten Nabu-Vogelführungen „Was singt denn da?“ Schade, gerade die Pandemie zeige die Naturliebe der Hamburger, betont Thomas Schmidt, 74. Seit fast 50 Jahren beobachtet er Fauna und Flora überall in der Stadt.

Der ehrenamtliche Nabu-Ornithologe unterstützt auch Vogelzählungen für die Vogelschutzwarte Hamburg. Jetzt entdeckte er Krickenten auf einem Teich im Friedhof Ohlsdorf. In den Bäumen zählte er dort rund 50 Rotdrosseln, die bald in den Norden ziehen. Und 15 Kernbeißer, „die größte heimische Finkenart, die sogar Kirschkerne knackt.“ Mit großer Artenkenntnis und exzellentem Gehör kann der „Orni“ alle Piepmätze „ansprechen“. Schmidt erkennt sie schon an ihrem Ruf. In der Dämmerung oder bei trüber Sicht bestimmt er sie nach ihren Silhouetten. „Manche ziehen wegen milder Winter gar nicht mehr, wie Mönchsgrasmücke oder Zilpzalp.“ Die sah er sogar im von Efeu dicht bewachsenen Nachbarhaus, direkt vor seinem Schreibtisch. Der studierte Biologe hält nicht nur Führungen. Als Buchautor hat er bereits 22 Naturbücher für Groß und Klein verfasst.

Gerade erschien sein Kindernaturführer. „Mitten in der Stadt lassen sich rund 200 Tier- und Pflanzenarten aufspüren. Mein Motto verbindet Pädagogik mit Naturschutz: Denn man schützt nur, was man kennt!“ Darunter etwa den Austernfischer. „Der frisst alles andere außer Austern.“ Seine Vorliebe für Regenwürmer führe dazu, dass die an Elbe und Küste heimischen Watvögel seit Jahrzehnten auch in der Stadt brüten: auf gekiesten Flachdächern. Ihre Küken füttern die Bodenbrüter hoch oben eben mit Würmern, die sie auf Fußballplätzen mit echtem Rasen oder auf Wildwiesen aufstöbern.

www.ts-naturfoto.de

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