26. August 2023
Osdorfer Born

Große Party im Wohnzimmer des Born

10 Jahre Bürgerhaus Bornheide. „Gut etabliert“

Ein Blick von oben auf Hamburgs größtes Bürgerzentrum – sogar ein richtiges Zirkuszelt steht auf dem insgesamt 25000 Quadratmeter großem Gelände an der Bornheide. Fotos: Bürgerhaus Bornheide

HAMBURG-WEST Es gibt sicher schickere Gegenden in Hamburg. Dafür allerdings hat die am und um den Osdorfer Born eine wirklich bemerkenswerte „Gute Stube“. Denn so, oder auch das „Wohnzimmer des Born“, nennen viele der Anwohner fast liebevoll das Bürgerhaus Bornheide. 10-jähriges Jubiläum feiert jetzt der soziale, gesellschaftliche und kulturelle Mittelpunkt des Viertels – Grund genug für eine anständige Party!

Und die steigt am Samstag (26.08.) von 14 bis 18 Uhr in Hamburgs größtem Bürgerzentrum. Geboten werden jede Menge Musik und Tanz, dazu Spiele, Sport und Spaß für Kinder und Jugendliche. Für das leibliche Wohl ist zudem unter anderem mit einem „internationalen Buffet“ gesorgt.
Doch was gibt es eigentlich genau zu feiern? Wie nützlich, sinnhaft und wichtig ist das Bürgerhaus für die ca. 13000 Menschen, die am Born auf nur gut einem Quadratkilometer zusammenleben, wirklich?

Die Fakten sprechen ziemlich schnell für sich. Mehr als 20 soziale Einrichtungen, Projekte, Workshops und Kurse bieten in den sechs Häusern des Komplexes ihre Hilfe und Dienste an. Ein Auszug: In Bedrängnis oder gar Not geratene Menschen können dort eine Erziehungsberatung, Selbsthilfegruppen, Sozialberatung, Hilfsangebote für seelisch Erkrankte und Rechtsberatung in Anspruch nehmen. Zudem werden Mütter-, Computer-, Sprach-, Tanz-, Box-, Ernährungs- und Musikkurse angeboten. Es gibt auf dem 25.000 Quadratmeter großen, autofreien Gelände außerdem einen Umwelt-Workshop, eine Kinderradiogruppe, die eigene Sendungen produziert und sogar einen eigenen Kinderzirkus samt Zirkuszelt, wo die Lütten ihre Phantasien ausleben können.

Im Herzen der Anlage liegt das „OSBORN 53“, wo unter anderem für weniger Betuchte ein besonders günstiger und guter Mittagstisch für gerade mal 3,60 Euro angeboten wird. Das liegt Christine Kruse, der Leiterin des Bürgerhauses, besonders am Herzen. „Damit wir das Essen so günstig für Menschen mit wenig Geld anbieten können, zahlen besser Verdienende nach unserem Solidar-Prinzip für die gleiche Mahlzeit sechs Euro. So können wir zumindest kostenneutral diese Leistung anbieten.“ Ein durchaus nachahmungswertes Angebot…

Ihre eigene und die Arbeit ihrer Mitstreiter in einem der sozial problematischen Viertel der Stadt in den letzten 10 Jahren beschreibt sie so: „Hier gab es ja am Anfang keine Laufkundschaft, die einfach mal vorbeikommt. Es war und ist unsere Aufgabe und unser Ziel, die Menschen hier einzuladen und abzuholen, ihnen das Bürgerhaus näher zu bringen und die Angebote schmackhaft zu machen. Ihnen klarzumachen, dass ihnen dort geholfen wird, dass sie sich dort wohlfühlen, ihren Interessen nachgehen oder aber auch einfach nur ausruhen und unterhalten können. Ich denke, das ist uns im Großen und Ganzen ganz gut gelungen. Wir sind ein fester und wichtiger Bestandteil des Born geworden, das Bürgerhaus hat sich prima etabliert.“

Auf die Frage, was weiter verbessert werden kann, was geplant ist und wird, sagt Christine Kruse spontan: „Es gibt immer noch Luft nach oben, natürlich auch bei uns. Beispielsweise gibt es auch bei uns Angebote und Kurse, die durchaus besser besucht sein könnten. Wir wollen noch mehr Menschen ins Bürgerhaus holen – noch mehr zum Wohnzimmer des Born werden. Und nicht nur ausschließlich für die Leute von hier. Wir haben schon ein sehr gutes Netzwerk, sind inzwischen in Hamburg sogar ziemlich bekannt. Unser Ziel ist es, auch für Leute aus anderen, angrenzenden Stadtteilen, für die unsere Angebote passen und denen hier geholfen werden kann, ein Wohnzimmer und Ort zu werden, in dem sie sich wohlfühlen können.“

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