22. April 2023
Osdorfer Born

Gesundheitstreff wurde eröffnet

Ein Tisch für medizinische und soziale Probleme

Der Gesundheitstreff Osdorf wurde schwungvoll eröffnet Foto: AWO Hamburg

OSDORFER BORN Der Tisch beim Empfang ist kein Tresen, sondern ein großer Tisch, an dem jeder Platz nehmen kann. Man kann ohne Termin kommen und sein gesundheitliches oder soziales Problem vorab besprechen. Es ist eine Einrichtung der „kurzen Wege“, wie Leiterin Birgit Spalink es beschreibt. Der neue „AWO Gesundheitstreff“ am Kroonhorst 9 beim Born-Center.

Vergangene Woche wurde es als sechstes lokales Gesundheitszentrum in Hamburg eingeweiht. Mit hohem Besuch. Neben der Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt, Jutta Blankau, sprachen Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer und Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg Worte zur Eröffnung.

Die Besonderheit ist, dass bei dem Gesundheitstreff medizinische und soziale Fragen nicht einzeln behandelt werden, sondern ein Netzwerk der Hilfen entsteht. Eine hausärztliche Praxis, eine Praxis für Kinder- und Jugendpsychatrie- und psychologie sowie Gesundheits- und Sozialberater/-innen kooperieren unter einem Dach. Durch die Zusammenarbeit soll der Zugang zu Gesundheitsleistungen verbessert und die Zusammenarbeit zwischen Gesundheits-, Pflege- und Beratungssystem (etwa Mütter-, Pflege- oder Schuldnerberatung) vereinfacht werden.

Den Bedarf hatte das Bezirksamt Altona in einer Studie festgestellt. Eine Erweiterung des Angebots auf Lurup ist mittelfristig vorgesehen. Denn die „medizinische Versorgung ist auch eine soziale Frage“, merkte Bezirksamtleiterin von Berg an. „Mit den lokalen Gesundheitszentren nimmt der Senat gezielt die medizinische Primärversorgung strukturschwächerer Stadtteile in den Blick“, sagte Sozial-Senatorin Schlotzhauer.

Zur Aufgabe des Gesundheitszentrums gehören etwa die Ernährungsberatung bei Diabetis, die Beantragung von ambulanten Pflegeleistungen oder das Vor- und Nachbereiten von Arztgesprächen. Hinweise zur verordneten Behandlung gibt es dort ebenfalls. Häufig gibt es sprachliche Probleme, weil viele Bewohner des Osdorfer Born einen Migrationshintergrund haben.

Mitarbeiter, die der russischen, polnischen oder englischen Sprache mächtig sind, gibt es teilweise. Aber oft können nur Videodolmetscher oder echte Dolmetscher helfen. Die neue Jugend-Psychologin Meike Nitschke-Janssen hat demnächst auch eine Mitarbeiterin, die türkisch spricht.

Nitschke-Janssen, die 2022 den Kinderschutzpreis der Yagmur-Stiftung erhielt, zieht mit ihren zehn Kolleginnen für das neue Gesundheitszentrum von Barmbek in den Osdorfer Born um. „Ich möchte neue Erfahrungen sammeln“, sagt sie.

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