28. Juli 2023
Altona

Radwege-Chaos am Diebsteich-Bahnhof?

Altonas Grüne-Verkehrsplanung ist „unausgereift“

2027 soll der neue Fern- und Regionalbahnhof am Diebsteich fertig sein Grafik: C.F. Møller Architects

ALTONA Runde vier Jahre soll es noch dauern, bis er fertig ist: Im Verkehrsausschuss Altona hat der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) kürzlich die Verkehrsplanung rund um den künftigen Fernbahnhof Altona am Diebsteich vorgestellt.

Kurz zusammengefasst: An der Ostseite (Kreuzung Große Bahnstraße, Waidmannstraße, Isebekstraße und Plöner Stieg) entstehen ein Bahnhofsvorplatz und eine „Kommunaltrasse“, die für einen Teil des motorisierten Verkehrs gesperrt sein soll –vergleichbar mit der Neuen Großen Bergstraße. Um die Verkehrssituation weiter zu entlasten, wird die westlich der Bahnlinie befindliche Kreuzung Leverkusenstraße / Leunastraße / Schleswiger Straße in einen Kreisverkehr umgewandelt. Sämtliche Straßen rund um den Bahnhof bekommen neue Fahrspuren und Bürgersteige. Noch nicht ganz ausgereift ist nach Meinung der Alto-naer Grünen-Fraktion die Planung für den Radverkehr: Dieser soll – wie auch bisher schon – in Form eines Zwei-Richtungsradwegs durch den Tunnel Plöner Straße füh-ren. „Gegenläufige Radwege sind immer eine Notlösung“, kritisiert der Verkehrspolitiker Holger Sülberg (Grüne Altona).

Bei einer Spurbreite von gerade mal 1,50 Metern käme man sich da schnell ins Gehege. Auch am künftigen Bahnhofsvorplatz seien Konflikte vorprogrammiert – vor allem, wenn dort viele Fußgänger unterwegs seien. „Die Planungen für ein Fahrradparkhaus am Diebsteich finden wir einerseits sehr begrüßenswert“, so Sülberg weiter. Doch es fehlten geeignete „Aufstellflächen“ (vergleichbar mit Abbiegespuren, d. Red.), um Konflikte zwischen Parkhausnutzern zu vermeiden. Nach Meinung der Grünen sollten Radler an dieser Stelle besser auf der Straße fahren. „Am allerschönsten wäre natürlich ein Extratunnel nur für Radfahrer“, findet Sülberg.

Da die S-Bahn perspektivisch sowieso unter die Erde verlegt werde, könne man die Planung hierzu mit einem Fahrradtunnel verbinden. Das neue Fahrradparkhaus soll neben dem künftigen Bahnhofseingang entstehen und etwa 1.200 Rädern Platz bieten. Zuletzt hatte die Stadt Hamburg vor gut zwei Jahren ein Zweiradparkhaus an der U-Bahn-Haltestelle Kel-linghusenstraße eröffnet –allerdings wird es nach wie vor kaum genutzt. Dazu Verkehrspolitiker Sülberg: „Es ist normal, dass es dauert, bis das Angebot angenommen wird.“ Im Unterschied zur Kellinghusenstraße sei der künftige Diebsteich ein Fernbahnhof. Wegen der geplanten Musikhalle und des Sportstadions sei zudem mehr Publikumsverkehr zu erwarten. Im Altonaer Verkehrsausschuss wurde ein entsprechender Antrag der Grünen zum Thema Radwegeführung mehrheitlich beschlossen.

 

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