10. September 2022
Echo Wochenblatt

Sie haben das Juz auf den Weg gebracht

Klassentreffen nach 52 Jahren

Die ehemalige 10a des Realschulabgangsjahrgangs 1970 schwelgte in Erinnerungen beim Klassentreffen (v.l.): Jürgen Koopmann, Detlef Sefz, Wolfgang Waitkus, Inge Scharnberg, Matthias Liebmann, Renate Burmester, Bernd Lehmann, Evelin Busch, Edeltraud Broosch, Jochen Rösler, Rüdiger Tolle, Wolfgang Sander, Ute Borchert, Wolfgang Czeski und Brigitte Voss Foto: Monika Retzlaff

SCHWARZENBEK Als die Klasse 10a der Realschule im Jahr 1970 ihren Abschluss feierte, brachten Led Zeppelin und Deep Purple einen Hit nach dem anderen heraus. Aber bei der Abschlussfeier in der Schule an der Berliner Straße wurde damals andere Musik gespielt – nämlich ein Menuett von Johann Sebastian Bach und ein Stück von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Daran erinnerten sich die Absolventen schmunzelnd bei ihrem Klassentreffen in Schröders Hotel. Es sei alles sehr feierlich, aber auch sehr getragen gewesen, war auch noch nach mehr als 50 Jahren die einhellige Meinung.

„Wir hätten unser 50-Jähriges gerne schon im Jubiläumsjahr 2020 gefeiert, aber es war unmöglich wegen der Pandemie“, sagte Jochen Rösler. So hatte der 69-Jährige die ehemaligen Klassenkameraden zwei Jahre später eingeladen. Länger wollten sie das nicht aufschieben; das letzte Klassentreffen lag 25 Jahre zurück.

Beim Treffen der ehemaligen Schüler wurden viele Erinnerungen wach. So wechselten sie 1965 von der alten Marktschule in die Mittelschule – der späteren Realschule, für die der Grundstein 1963 gelegt wurde. 41 Schüler besuchten damals anfangs die Klasse 5a. Es war eng in den Klassenräumen, an manchen Tischen drängten sich drei Schüler. Die Schulkameraden in dieser Klasse kamen alle aus Schwarzenbek, Grove und Grabau. In den anderen Klassen wurden die Kinder aus den umliegenden Dörfern unterrichtet.

Werner Urban, der vielen Schwarzenbekern auch als Hobbyarchäologe bekannt ist, unterrichtete damals Biologie, und bei Heinrich Hübner schrieben sie im Fach Deutsch Aufsätze und interpretierten Gedichte. 25 Schüler feierten dann am 4. Juli 1970 den Realschulabschluss.

Später engagierte sich Rösler zusammen mit einigen seiner ehemaligen Mitschüler in der Europastadt. 1971 und 1972 trafen sie sich oft, um für ein Jugendzentrum in der Stadt einzutreten. Die Stadt wuchs damals nämlich schnell: In Nordost entstanden die ersten Hochhäuser, die Verbandsschule wurde gebaut, ebenso das Gymnasium an der Berliner Straße, das Gemeindezentrum St. Elisabeth, die Schwimmhalle, die Kasernen des Bundesgrenzschutzes und das Wohngebiet Sachsenwald.

Was jedoch fehlte, war ein Treffpunkt für die Jugendlichen. So ergriffen sie selbst die Initiative und forderten ein selbstverwaltetes Jugendzentrum. Sie schmiedeten Pläne dafür und gründeten den Verein Jugendzentrum Schwarzenbek. 1974 sammelten sie dafür mehr als tausend Unterschriften. Mit Erfolg, denn noch im selben Jahr wurde ihnen von der Stadt das alte Feuerwehrgerätehaus an der Bismarckstraße als Jugendtreff zur Verfügung gestellt.

„Der Kreisjugendpfleger schickte uns dann zwei Sozialarbeiter, die sich noch in Ausbildung befanden, damit sie sich bei uns vorstellen. Einer davon war Uwe Christiansen“, erzählt Jochen Rösler. 1978 hatte Christiansen die Leitung des Jugendtreffs übernommen, ein Jahr später wurde er der erste hauptamtliche Jugendpfleger der Stadt.

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