30. Juli 2022
Schwarzenbek

Umweltpolitik und Transparenz als Ziele

Verbrüderungsstädte wollen Austausch stärken

Erneuerung des Verbrüderungseides in Frankreich (v.l.): Die Bürgermeister Pierre Berthod (Sierre), Matteo Gozzoli (Cesenatico), Jean-Yves Meyer (Aubenas), Norbert Lütjens (Schwarzenbek) und Brent Meuleman (Zelzate) reichen sich die Hände Foto: Katja Estel

SCHWARZENBEK Seit mehr als 60 Jahren hat Schwarzenbek Verbrüderungsstädte in Westeuropa, seit 1961 ist die Kommune mit einem Preis als Europastadt ausgezeichnet. Als einzige Stadt in Schleswig-Holstein außer Kiel hat Schwarzenbek auch einen Partner in China (Haimen).

Die Osterweiterung steht in den Startlöchern: Die Politiker wünschen sich eine weitere Partnerstadt in Osteuropa. „Wir sind auf der Suche. Das Baltikum hätte einen gewissen Charme, weil diese Länder sehr westlich orientiert sind“, sagte Bürgermeister Norbert Lütjens.

Gemeinsam mit einer siebenköpfigen Delegation war der Verwaltungschef jetzt zu einem viertägigen Besuch in Aubenas in Frankreich. Es war wegen Corona das erste Treffen nach zweijähriger Pause. Aufgrund der unvorhersehbaren Pandemielage hatten sich die Verantwortlichen auf eine deutlich reduzierte Delegationsgröße geeinigt, um überhaupt ein Zusammentreffen aller Städte im Bund ermöglichen zu können. Üblich sind 20 oder mehr Personen. Von Schwarzenbeker Seite nahmen an der Fahrt Norbert Lütjens, Katja Estel (FWS) und Roman Larisch (CDU) vom Sozial- und Kulturausschuss, die Kulturbeauftragte Vera Kohns sowie Friederike Hobusch mit Tochter Katharina und Alea Baumann als bürgerliche Verstärkung teil.

Für den seit Dezember 2020 amtierenden Verwaltungschef und für die neue Verbrüderungssekretärin Vera Kohns war es die erste Fahrt nach Aubenas und auch das erste Treffen mit den Amtskollegen aus den Verbrüderungsstädten Sierre (Schweiz), Cesenatico (Italien), Zelzate (Belgien) und dem französischen Aubenas.

Auch digitale Treffen

„Wir haben uns darauf verständigt, dass wir den Kontakt sowohl mit Videokonferenzen als auch mit persönlichen Begegnungen in Kleingruppen neben den üblichen jährlichen Begegnungen von Delegationen in größeren Gruppen ausweiten wollen. Unser nächstes digitales Treffen ist bereits in sechs Wochen. Dabei geht es unter anderem um Umweltschutz, regenerative Energien, den Kampf gegen Desinformation in den sozialen Medien und den Frieden in Europa. Im Herbst planen wir ein weiteres persönliches Treffen in Sierre“, so Norbert Lütjens.

Nach drei Tagen intensiver Gespräche und offizieller Bürgermeisterrunde bei 40 Grad Außentemperatur stand fest: Der Zusammenhalt im Städtebund hat bis heute nicht an Bedeutung eingebüßt. Standen früher der Frieden und die Völkerverständigung in Europa an oberster Stelle, rücken nun zusätzlich gemeinsame Themen wie der Kampf gegen den Klimawandel oder die gesellschaftlichen Auswirkungen von Fake-News, Bürgerbeteiligung oder transparentes politisches und Verwaltungshandeln in den Fokus. Vor dem Hintergrund, wieder in die ursprüngliche zweijährige Reihenfolge der Verbrüderungstreffen zu kommen, findet bereits im nächsten Jahr das Treffen der Verbrüderungsstädte in Cesenatico/Italien statt.

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