19. November 2022
Schwarzenbek

Start mit E-Bussen verzögert sich

Die vom Betreiber VHH georderte Flotte offenbarte erhebliche Mängel

Bus

Solche Elektrobusse sollten ab Dezember barriere- und emissionsfrei durch Schwarzenbek fahren Foto: Kreis Herzogtum Lauenburg

SCHWARZENBEK Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember sollten in Schwarzenbek fünf neue Ringbuslinien in Betrieb genommen werden, die von Bussen des niederländischen Herstellers VDL betrieben werden. Der Clou: Die Busse fahren elektrisch.

Doch mit der klimafreundlichen Variante wird es erstmal nichts: Das neue Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) muss vermutlich mit Dieselbussen an den Start gehen.

„Bei der Abnahme der 15 E-Busse für die Stadtverkehre in Bargteheide, Schwarzenbek und Henstedt-Ulzburg durch den Betreiber Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein stellte sich heraus, dass mehrere Batterien der aus den Niederlanden stammenden Fahrzeuge Wassereinbrüche aufwiesen“, berichtet Björn Schönefeld, ÖPNV-Fachmann der Kreisverwaltung Stormarn, auf Anfrage der LL-Redaktion. Deshalb sei die Übernahme gestoppt worden, bis alle betroffenen Batterien ausgetauscht sind.

Der Lieferant aber stehe nun vor dem Problem, dass Ersatzbatterien zeitnah nicht zu beschaffen sind.

Stattdessen bemühten sich die Verkehrsbetriebe als Vertragspartner nun um dieselgetriebene Kleinbusse. Bargteheide in Stormarn und Schwarzenbek im Herzogtum wollten sich nicht nur das Busmodell teilen, sondern auch den Ersatzbus im Falle eines Defekts.

Die Midibusse des niederländischen Herstellers waren für den Verkehrsplaner des Kreises und Initiator des Stadtverkehrs, Andrew Yomi, allerdings nicht die erste Wahl gewesen. Er hatte einen anderen Hersteller bevorzugt, wie er der LL-Redaktion bereits Mitte Juni sagte. Doch die VDL-Busse seien sofort verfügbar und günstiger gewesen, weil sie als gebraucht galten. Sie seien noch keinen Kilometer gelaufen, da sie für einen anderen Auftraggeber gebaut worden waren, der sie dann nicht abgenommen habe.

Auch wenn der Start des Einsatzes der E-Busse nun verschoben werden muss, dürfte es keine Probleme mit der Förderkulisse für die Stadtverkehre geben. Denn die Bundes- und Kreiszuschüsse sind nicht an die Antriebsart gekoppelt, sondern an neue ÖPNV-Angebote im ländlichen Raum. Und das ist in Schwarzenbek ja in jedem Fall gegeben, denn bisher gab es in der Europastadt keine innerstädtischen Linien. Anschaffung und Betrieb der Busse werden mit 550.000 Euro von Bund und Kreis für zwei Jahre gefördert.

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