11. September 2021
Schwarzenbek

SPD fordert Kameras am Bahnhof

Videoüberwachung soll Fahrraddiebstähle eindämmen

Das Schloss ist hochwertig und der Rahmen des Fahrrads ist an einen Laternenpfahl angeschlossen. Trotzdem versucht ein Dieb, das Rad zu entwenden. Oft klappt das leider Foto: Picture Alliance/dpa

Das Schloss ist hochwertig und der Rahmen des Fahrrads ist an einen Laternenpfahl angeschlossen. Trotzdem versucht ein Dieb, das Rad zu entwenden. Oft klappt das leider Foto: Picture Alliance/dpa

SCHWARZENBEK Die Kriminalität hat – nicht nur in Schwarzenbek – im vergangenen Jahr eine Corona-Pause eingelegt. Viele Menschen waren wegen der Lockdowns zu Hause. Einbrüche gab es kaum, aber es waren auch wenig Pendler und Schüler unterwegs.
„Deshalb gab es auch viel weniger Fahrraddiebstähle. Außerdem waren weniger Menschen auf der Straße, weswegen Straftäter auch mehr Gefahr liefen, beobachtet zu werden.“ Diese Bilanz zog Jens Stamer, Leiter des Polizeireviers Schwarzenbek, kürzlich im Hauptausschuss.
In konkreten Zahlen heißt das: In Schwarzenbek ereigneten sich im vergangenen Jahr 1146 Straftaten. Das entspricht einem Rückgang um 21,6 Prozent gegenüber 2019. Landesweit lag der Rückgang nur bei 5,2 Prozent. Besonders stark war auch der Rückgang bei den Fahrraddiebstählen. Die Zahl sank von 106 in 2019 auf 67 im Vorjahr. „Nun steigt die Zahl der Fahrraddiebstähle aber wieder deutlich an. Ein Schwerpunkt ist dabei der Bahnhof“, so der Erste Hauptkommissar.
In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Beschaffungskriminalität von Drogensüchtigen, die die schnelle Bahnverbindung über den Regionalexpress nach Hamburg zu den Dealern und Hehlern nutzen. Allerdings spielt auch eine Rolle, dass Pendler oft hochwertige Fahrräder und E-Bikes nutzen, die sich lukrativ weiterverkaufen lassen.
„Wir haben in den vergangenen Jahren einiges in gesicherte Stellplätze und eine Verbesserung der Fahrradständer investiert. Was können wir noch tun, damit die Fahrräder am Bahnhof besser gesichert werden?“, fragte SPD-Fraktionschef Maik Picker. Unter anderem gibt es dort 102 gesicherte Bike & Ride-Stellplätze.
„Gesicherte Fahrradstellplätze sind gut, aber eine Videoüberwachung ist ideal. Das ist rechtlich schwierig, weil unter anderem auch Randbereiche neben dem Bahnhof nicht überwacht werden dürfen und Persönlichkeitsrechte eingehalten werden müssen. Aber eine Dauerüberwachung wäre toll. Die Bilder dürfen allerdings nicht im Nirwana auf einem Videoband enden, sondern es muss eine Überwachung und Auswertung stattfinden“, betonte Stamer.
Bereits im Jahr 2019 hatte es eine längere Diskussion über die Videoüberwachung am Bahnhof und auf dem Ritter-Wulf-Platz wegen einer Häufung von Straftaten gegeben. Die damalige Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig hatte erhebliche rechtliche Bedenken angeführt und auf die hohen Kosten hingewiesen. Allein die Installation am Bahnhof würde demnach 100.000 Euro kosten und Folgekosten in Höhe von 14.000 Euro im Jahr nach sich ziehen.
Trotzdem will die SPD jetzt einen neuen Anlauf unternehmen. Zwar stünden die Chancen für die Realisierung angesichts der angespannten Finanzlage des Stadt schlecht. Doch die SPD will das Gespräch suchen und einen neuen Antrag stellen.

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