27. März 2021
Schwarzenbek

Schwarzenbek: Vom Dorf zur Stadt

Hobbyhistorikerin Gisela Berger gestaltet Podcast über ihren Heimatort

Gisela Berger (r.) interessiert sich sehr für Geschichte. Hier ist sie auf einem Archivbild zu sehen, als sie mit Waltraud Dittberner und Wolfgang Leidl Motive für einen historischen Kalender auswählte Foto: Stefan Huhndorf

Gisela Berger (r.) interessiert sich sehr für Geschichte. Hier ist sie auf einem Archivbild zu sehen, als sie mit Waltraud Dittberner und Wolfgang Leidl Motive für einen historischen Kalender auswählte Foto: Stefan Huhndorf

SCHWARZENBEK/MÖLLN Mit einem umfangreichen Programm wollte die Kulturstiftung Herzogtum Lauenburg eigentlich in das erste Halbjahr starten. Daraus wurde nichts. „Wir haben auf Risiko gespielt“, bekennt Stiftungssprecher Björn Martens. Die Pandemie hat den Kulturförderern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Alle geplanten Veranstaltungen sind abgesagt. Und auch der diesjährige Kultursommer am Kanal wird entweder draußen oder nur im Internet stattfinden.

Trotzdem hat die Stiftung jetzt eine spannende Alternative geschaffen: eine Reihe historischer Podcasts aus der Region. Diese startete im Februar mit einem Beitrag von der ehemaligen Kreisarchivarin Dr. Anke Mührenberg, die jetzt das Kreismuseum in Ratzeburg leitet. Ihr Thema war der Neustart der Demokratie nach dem Untergang des Dritten Reichs mit der ersten Kreistagssitzung im Jahr 1946.

Jetzt ist die Schwarzenbeker Hobbyhistorikerin und Vorsitzende des Heimatbundes und Geschichtsvereins in der Europastadt mit dem mittlerweile vierten Beitrag der Reihe „on air“ gegangen. Gisela Berger folgt mit ihrem Beitrag auf Helmut Knust (Geesthacht), der den Perleberger Vertrag beleuchtete, und Möllns Stadtarchivar Dr. Christoph Lopau, der sich mit der Ehrenbürgerwürde des Schriftstellers George Bernhard Shaws in der Eulenspielgelstadt befasste.

Geschichten vor der Haustür

Die ehemalige Finanzbeamtin Berger engagiert sich seit vielen Jahren in ihrer Heimatstadt. Zuletzt hat die Pensionärin die Sanierung des Compesteins vor der St. Franziskus-Kirche am alten Markt und das Mahnmal für Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg in Schwarzenbek auf dem neuen Friedhof auf den Weg gebracht.
Seit 2003 ist sie Mitglied im Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, als eine von insgesamt 87 Personen, die in der Bezirksgruppe Schwarzenbek organisiert sind. Ihr Interesse für die Geschichte vor der eigenen Haustür war im Grunde immer schon da. Lebhaft erinnert sie sich noch an Herrn Kampe, ihren Grundschullehrer an der alten Marktschule. „Der hat uns Schwarzenbek nähergebracht“, erzählt sie.

Außerdem habe sie schon immer gerne gelesen. Beispielsweise das von Eckardt Opitz herausgegebene „Biografische Lexikon Herzogtum Lauenburg“. Darin schmökere sie heute noch gerne. Außerdem habe sie viele der örtlich erschienen Publikationen über Schwarzenbek verschlungen.
Und so ist es zumindest kein Zufall, dass Gisela Berger jetzt im Rahmen der von der Stiftung Herzogtum Lauenburg initiierten Audioreihe „Geschichte(n) aus den Lauenburgischen Städten“ über die Stadtwerdung Schwarzenbeks im Jahr 1953 spricht.

„Geschichte(n) aus den Lauenburgischen Städten“ – dauerhaft online unter www.kulturportal-herzogtum.de

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