27. Juli 2022
Schwarzenbek

Neuer Anlauf für ein Lehrschwimmbecken

TSV fordert Planung eines Bades bei Schulneubau

Helfer der DLRG bei der Schwimmausbildung von Kindern im Großraum Schwarzenbek. Hier lernen Grundschüler aus Gülzow das Schwimmen Foto: Anne Hartlich

SCHWARZENBEK Jeder zweite Viertklässler im Norden kann nicht sicher schwimmen. In Schwarzenbek versuchen DLRG und Schwimmsparte des TSV gemeinsam mit den beiden Grundschulen Nordost und an der Breslauer Straße mit Angeboten in der Offenen Ganztagsschule gegenzusteuern, aber die Bedingungen sind mangels eines Bades schwierig.

Seit dem Abriss des Hallenbades im Jahr 2003 hat die Europastadt keine eigene Schwimmstätte mehr. Die ehrenamtlichen Trainer weichen seit Jahren auf Mölln, Bergedorf und Reinbek aus, die Kinder müssen aber dorthin transportiert werden.

Jetzt hat Klaus Kamm, Vorsitzender der Schwimmabteilung des TSV Schwarzenbek, angeregt, ein Lehrschwimmbecken bei den weiteren Planungen für den Bau von zwei neuen Grundschulen in der Stadt zu berücksichtigen. „Bei einem Gesamtvolumen von mindestens 50 Millionen Euro für den Neubau der Schulen Nordost und an der Breslauer Straße müsste das auch möglich sein“, so der Schwarzenbeker. Wie berichtet, sind beide Grundschulen marode und müssen durch Neubauten ersetzt werden.

„Schwimmen ist ein fester Bestandteil des Lehrplans und der Lehrkräfteausbildung in Schleswig-Holstein. Neben guten Lehrern gehören dazu auch gute Gebäude“, wirbt Klaus Kamm für das Projekt. Die Schwimmabteilung hielt sich auch nach der Schließung des Hallenbades vor mittlerweile 19 Jahren hartnäckig und hat aktuell noch acht Mitglieder. Das klingt zunächst nicht nach viel, aber dafür sind die Mitglieder umso aktiver. „Die meisten von uns haben eine B-Lizenz als Trainer und dürfen Schwimmunterricht anbieten sowie Prüfungen abnehmen“, so Kamm, der der Abteilung seit vielen Jahren vorsitzt und glühender Verfechter für den Neubau einer Schwimmhalle ist.

Kamm war – wie viele andere in der Stadt auch – ein massiver Unterstützer des Projektes eines Investors, der den Schwarzenbekern im Jahr 2008 ein Hallenbad auf dem Gelände des heutigen Mehrgenerationsparks Dreiangel gegenüber vom Lupuspark versprach. Das Vorhaben platzte, der Investor wurde später wegen Betruges zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt und sein Privathaus zwangsversteigert.

Neue Hoffnung keimte auf, als im Jahr 2018 unter Federführung von Schwarzenbeks damaliger Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig und mehrerer Umlandgemeinden die Machbarkeitsstudie für eine Schwimmhalle vorgestellt wurde. Allerdings hätte das Projekt die Stadt und die Dörfer jährlich mehr als 750.000 Euro Defizitausgleich gekostet. Auch von diesem Projekt haben sich die Politiker mittlerweile angesichts der hohen Kosten verabschiedet.

Jetzt hat Kamm als neue Variante das Lehrschwimmbecken in einer der beiden neu zu bauenden Schulen ins Gespräch gebracht und sowohl bei den Politikern als auch bei Bürgermeister Norbert Lütjens dafür geworben. „Der Bürgermeister hat die Idee positiv aufgenommen und will das mit den Politikern besprechen“, sagt Kamm.

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