11. März 2023
Schwarzenbek

Lebensgefährliche Abkürzung über Gleise

Bundespolizei entdeckt illegale Bahnquerung

Der wilde Überweg an der ICE-Strecke Hamburg-Berlin am Radekamp bei Schwarzenbek Foto: Polizei Kiel

SCHWARZENBEK  Immer wieder entdecken Streifen der Bundespolizei sogenannte „wilde Überwege“ über die Eisenbahnschienen, die von Menschen aus der Region als Abkürzung genutzt werden. Diese Abkürzungen über die Gleise sind nicht nur verboten, sondern auch lebensgefährlich.

Bei einem Kontrollgang hatte eine Streife der für Bahnhöfe und -strecken zuständigen Bundespolizei eine solche „illegale Überwegung“ bei Schwarzenbek an den Gleisen der Schnellfahrstrecke Hamburg–Berlin festgestellt. Im Bereich „Radekamp“ befand sich vor dem Ausbau der Strecke in den 1990er-Jahren zur ICE-Verbindung ein Bahnübergang. Dieser wurde vor mehr 15 Jahren zurückgebaut und für Fußgänger und Fahrzeuge gesperrt.

Als die Beamten jetzt an dieser Stelle auftauchten, staunten sie nicht schlecht, dass sie dort einen offenbar häufiger genutzten, illegalen Überweg entdeckten. „Der Weg war richtig breit und runtergetrampelt“, sagt Michael Hiebert von der Pressestelle der Bundespolizei Kiel.
„Die unerlaubte Querung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, und bei Sperrungen der Strecke oder bei Notbremsungen von Zügen ist es sogar eine Straftat“, erklärt Hiebert.

Schlimmer wiegt jedoch die Tatsache, dass die vermeintliche Abkürzung tödlich enden kann. Hiebert: „Die Züge in diesem Bereich fahren dort über 200 Stundenkilometer schnell. Der Bremsweg eines ICE beträgt dann bis zu 2000 Meter.“

Für den Triebfahrzeugführer bedeutet dies, dass er mit dem Erkennen eines Menschen, der die Gleise quert, keine Chance mehr hat, den Zug rechtzeitig zum Stehen zu bringen. „Die Folge ist das Überfahren der Person und alles nur, weil diese abkürzen wollte“, so der Bundespolizist. Zudem stelle die Bergung von überfahrenen Menschen für alle beteiligten Rettungskräfte immer eine hohe psychische Belastung dar. Mit Unterstützung der Deutschen Bahn AG wurden jetzt im Bereich des „wilden Überweges“ Gefahrenschilder aufgestellt. Zudem wird die Bundespolizei uniformiert und zivil die Einhaltung die betroffenen Gefahrenpunkte kontrollieren.

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