23. April 2022
Schwarzenbek

Jetzt wird das Rathaus digitalisiert

Ex-Nato-Mitarbeiter treibt den Prozess voran

Rathaus

Dincer Kizrak (im Hintergrund Bürgermeister Norbert Lütjens) ist Digitalisierungsmanager der Stadt Schwarzenbek. Er ist für die Einführung eines Dokumentenmanagementsystems genauso zuständig wie für die Erweiterung des Online-Terminvergabesystems Foto: Jürgensen

SCHWARZENBEK Zwei Grundschulen sanieren oder neu bauen, die alte Realschule zu einem kombinierten Dienstleistungszentrum mit Bücherei, Stadtarchiv und Bürgerservice machen, eine neue Feuerwehrwache gleich neben der alten errichten, dazu die Bekämpfung der Corona-Pandemie und die Flüchtlinge aus der Ukraine – als wären dies nicht Aufgaben genug, sind die Mitarbeiter der Stadtverwaltung jetzt gefordert, sich in einen der umfangreichsten Veränderungsprozesse der letzten Jahrzehnte einzubringen: die Digitalisierung.

„Es kann nicht sein, dass wir im 21. Jahrhundert noch immer Papier ausdrucken und Akten von Büro zu Büro tragen“, sagt Bürgermeister Norbert Lütjens, der aber auch weiß, was er seinen Mitarbeitern zumutet: „Es ist ein Kulturwandel, bei dem wir versuchen, die Beschäftigten durch Transparenz und kurze, gute Kommunikationswege mitzunehmen.“

Der Mann, der dabei als Leiter der Projektgruppe Digitalisierung alle Fäden in der Hand hält, heißt Dincer Kizrak. Bereits seit August vergangenen Jahres treibt der 42-Jährige die Digitalisierung der Stadtverwaltung voran. Dabei geht es nicht nur um interne Vorgänge wie ein Zentrales Dokumentenmanagementsystem (ZDMS), das die alten Papierakten ersetzen soll. Auch für Bürger mit ihren Anliegen wird das Rathaus einfacher erreichbar. Die Stadt bietet auf ihrer Internetseite bereits 19 Serviceleistungen im Terminvergabesystem an – von A wie Abmeldung über F wie Führungszeugnis oder Fischereischein bis U wie Untersuchungsberechtigungsschein.

Weil das Rathaus für den Publikumsverkehr über Monate gesperrt war, wurde die Onlineterminvergabe (https://terminereservieren.de/termine/schwarzenbek/?rs) vorangetrieben. Auch jetzt, wo beim Besuch des Rathauses die 3G-Regel nicht mehr kontrolliert wird, erfolgen Besuche nur nach Anmeldung. Im Foyer ist dafür extra eine Wartezone eingerichtet worden, per Bildschirm werden die Besucher mit denen ihnen zuvor mitgeteilten Nummern aufgerufen. „All dies spart letztlich Aufwand, Zeit und macht den ein oder anderen Gang ins Rathaus entbehrlich“, sagt Lütjens.

Grundlage dafür ist das Onlinezugangsgesetz (OZG), das bereits 2017 erlassen wurde. Es verpflichtet Bund, Länder und Gemeinden, bis spätestens 2022 ihre Verwaltungsleistungen auch digital anzubieten und zudem über Portale miteinander zu verknüpfen. Das erste Kriterium sei die Anwenderfreundlichkeit. Das gilt auch für die Internetseite der Stadt, für die ein Relaunch geplant ist. Die neue Schwarzenbeker Seite wird vor allem auf Dienstleistungen abzielen: „Es geht darum, alles möglichst einfach zu erreichen“, so Kizrak.

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