20. Januar 2023
Schwarzenbek

Herzgruppen suchen dringend einen Arzt

reha-Sport hat in Schwarzenbek regen Zulauf, aber es fehlt an medizinischer Betreuung

Herz- und Rehasport in Schwarzenbek boomt Foto: Florian Leibold

SCHWARZENBEK Rund 4500 Schwarzenbeker gehören der Generation 60plus an – Tendenz steigend. Aber auch die Bevölkerungszahl steigt. Aktuell liegt sie bei 17.500 Einwohnern. Somit wächst naturgemäß auch der Bedarf an Angeboten für Gesundheitskurse und Rehabilitation.

„Wir haben zwei Herzsportgruppen und mittlerweile sogar sechs Kurse im Rehabilitationssport“, sagt Florian Leibold, Geschäftsführer des TSV Schwarzenbek. Neu hinzugekommen ist auch ein Angebot, das sich speziell an Menschen richtet, die an Long Covid – also Langzeitfolgen des Coronavirus – leiden. Bei diesem Kursus wird versucht, das Lungenvolumen zu trainieren.

Aber gerade die Herzsportler stehen vor einem großen Problem: Es fehlt an Ärzten, die die Trainingseinheiten der 66 Mitglieder begleiten. „Wir brauchen dringend einen oder mehrere Mediziner für die Herzsportler. Aktuell behelfen wir uns mit ausgebildeten Rettungssanitätern, die unserem Verein angehören. Das ist aber keine Dauerlösung“, so Leibold weiter.

Bei jeder dieser beiden Herzsportgruppen muss ein Arzt oder Sanitäter anwesend sein. „Es würde schon ausreichen, wenn einmal im Monat eine Ärztin oder ein Arzt in die Sporthalle kommen würde. Eine besondere Qualifikation ist nicht erforderlich“, betont der TSV-Geschäftsführer. Auch Ärztinnen und Ärzte im Ruhestand, in Elternzeit oder Teilzeit sind herzlich willkommen. Diese Tätigkeit kann ehrenamtlich oder gegen Honorar ausgeübt werden. „Besonders wichtig ist die medizinische Begleitung bei der sogenannten Aufnahmeuntersuchung, um die Belastbarkeit der Patienten einzuordnen“, betont Melany Matthiessen, die das Training der Herzsportler betreut.

Die ärztliche Versorgung in der Herzsportgruppe ist seit Längerem ein Problem. Viele Jahre hat sich der mittlerweile verstorbene Allgemeinmediziner Dr. Jens-Peter Frank in diesem Bereich engagiert und ein entsprechendes Ärzteteam um sich geschart. Auch der seit längerem pensionierte Frauenarzt Dr. Entscho Wladow hat einige Jahre Herzsportler betreut, steht aber ebenfalls nicht mehr zur Verfügung.

Zu wenig Ärzte in der Europastadt

Das Problem wird sich nicht so leicht lösen lassen, denn in der Europastadt gibt es ohnehin nicht ausreichend Mediziner. Die fünf Allgemeinmediziner haben bereits einen Aufnahmestopp für neue Patienten verfügt. Die Stadt ist im Gespräch mit der Kassenärztlichen Vereinigung, um eine Verbesserung bei der medizinischen Versorgung Schwarzenbeks zu erzielen. „Es ist klar, dass die verfügbaren Mediziner nicht noch weitere Aufgaben übernehmen können. Aber möglicherweise gibt es ja Ärzte im Ruhestand oder Mediziner aus der Region, die in Schwarzenbek leben und Interesse an dieser Aufgabe haben“, so Leibold.

Wer den Betroffenen in den Reha-Gruppen oder beim Herzsport helfen möchte oder aber auch selbst Hilfe nach einem Arbeitsunfall oder einer Corona-Erkrankung benötigt, erreicht die Geschäftsführung des TSV Schwarzenbek telefonisch unter Tel. 04151/79 32 oder per Mail an: leibold@tsv-schwarzenbek.de

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