19. November 2022
Schwarzenbek

Digitaler Übersetzer hilft Flüchtlingen

Kommunikation mit Jugendlichen einfacher

digital

Katrin Mewes übergibt den neuen digitalen Übersetzer an Kevin-Peter Kraack vom IBFoto: sh

SCHWARZENBEK Wenn Jugendliche in Not sind und nicht sofort in eine Pflegefamilie kommen können, greift der Internationale Bund (IB) mit seiner Wohngruppe in Schwarzenbek ein.

In der Vergangenheit waren es oft Kinder und Jugendliche in der Altersgruppe von zehn bis 18 Jahren, die in einem Mehrfamilienhaus an der Grabauer Straße 2 in unmittelbarer Nähe zum Schwarzenbeker Bahnhof untergebracht werden mussten.

Es gibt zehn Einzelzimmer, die im Extremfall mit einem Dutzend Personen belegt werden können. Aktuell sind gerade vier Jugendliche in der Einrichtung, die rund um die Uhr von neun Mitarbeitern betreut werden, untergebracht.

„Die Unterbringung bei uns ist im Regelfall nur eine Übergangslösung für Notfälle. Die Zeit des Aufenthalts der Jugendlichen reicht von zwei Tagen bis zu mehreren Monaten. Oft kommen die Jugendlichen in der Nacht und sind am nächsten Morgen schon wieder über das Jugendamt andernorts untergebracht“, sagt Bereichsleiterin Sina Casper vom Internationalen Bund.

Ein Kernproblem ist in den vergangenen Jahren allerdings geworden, dass so genannte unbegleitete junge Flüchtlinge kurzzeitig Unterschlupf beim IB an der Grabauer Straße finden.

„Die Verständigung ist sehr schwierig. Sie sprechen Farsi, Afghanisch oder viele andere Sprachen. Wir benutzen Apps auf dem Handy, aber das funktioniert oft nicht richtig“, erzählt Kevin-Peter Kraack, einer der neun Mitarbeiter in der Unterkunft.

Die Jugendlichen sollen sich sowohl untereinander verstehen können, als auch ihre Probleme artikulieren können. Dafür wird der digitale Übersetzer benötigt. Jana Kress, Mitarbeiterin des Schwarzenbeker Jugendzentrums „YOUZ sbk“ kennt die Probleme, weil sie eng mit dem Internationalen Bund zusammenarbeitet. Zugleich ist sie aber auch Mitglied im Verein Biker fahren für Kinder (BffK). Deshalb brachte sie die Probleme der Mitarbeiter des IB bei den Sprachschwierigkeiten bei einem Vereinstreffen zur Sprache.

„Wir können uns aktuell über einen großen Zulauf an Spenden freuen. Die 289 Euro für den digitalen Übersetzer haben wir sehr gerne bereitgestellt, weil das sehr vielen jungen Menschen in einer schwierigen Zeit hilft“, betonte der BffK-Vorsitzende Hartwig Holst, bei der Spendenübergabe.

Das elektronische Gerät übergab Katrin Mewes, die als Erzieherin in der Kindertagesstätte St. Elisabeth am Verbrüderungsring arbeitet. Die Kita ist eine sogenannte Sprach-Kita, in der Jungen und Mädchen aus vielen Nationen betreut werden und dort Deutsch lernen.

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