29. Mai 2021
Schwarzenbek

Corona hat auch Kriminelle fest im Griff

Zahl der Straftaten ist in Schwarzenbek im Vorjahr deutlich gesunken

Polizei

Jens Stamer (52) aus Steinhorst arbeitet seit vier Jahren in Schwarzenbek. Erst war er stellvertretender Revierleiter. Seit einem Jahr ist der Chef an der Compestraße Foto: BGZ

SCHWARZENBEK Weniger Einbrüche, die Gewalt nimmt zumindest auf der Straße ab, die Kriminalität sinkt. Das gehört zu den positiven Aspekten der Corona-Pandemie. Die Zahl der Straftaten sank im vergangenen Jahr im Kreisgebiet erheblich. Das weist bereits die kürzlich vorgestellte Kriminalstatistik der Polizeidirektion Ratzeburg für das Herzogtum Lauenburg und Stormarn aus.

In Schwarzenbek macht sich der Rückgang zum Teil noch viel stärker bemerkbar als in anderen Teilen des Kreises. „Corona wirkt sich auf unterschiedlichste Weise sehr stark auf unsere Arbeit aus. Sowohl dienstintern als auch mit Blick auf das Kriminalitätsgeschehen“, sagt Jens Stamer, der seit Anfang 2020 Chef des auch für Lauenburg, Büchen und die umliegenden Dörfer zuständigen Polizeireviers in Schwarzenbek ist. Für die Beamten ist Corona eine große Herausforderung, weil es jetzt wieder feste Schichten gibt, bei denen das Personal in Kohorten voneinander getrennt wird. Ein Teil der Polizisten, die im sogenannten Ermittlungsdienst tätig sind, arbeitet auch im Homeoffice.

„Zum Glück haben wir momentan keine Veranstaltungen, bei denen wir mit großem Personaleinsatz aktiv werden müssen. Deshalb klappt das ganz gut. Dafür haben wir jetzt aber wesentlich mehr Corona-Kontrollen hinsichtlich der Einhaltung der Maskenpflicht und der Mindestabstände. Dafür setzen wir auch viele Fußstreifen ein“, sagt der Hauptkommissar. Ein Grund für die sinkenden Zahlen – gerade bei Einbrüchen und Fahrraddiebstählen – dürfte aber auch sein, dass die Menschen wegen Homeoffice und fehlender Freizeitmöglichkeiten mehr zu Hause bleiben. Das schreckt Einbrecher ab. Zudem stehen auch weniger Fahrräder vor Schulen oder am Bahnhof als sonst.

In konkreten Zahlen bedeutet das: In Schwarzenbek ereigneten sich im vergangenen Jahr 1146 Straftaten. Das entspricht einem Rückgang um 21,6 Prozent gegenüber 2019. Landesweit lag der Rückgang nur bei 5,2 Prozent. „Allerdings muss man dazu sagen, dass wir 2019 bei den Straftaten auf einem vergleichsweise hohen Niveau lagen. Trotzdem ist das natürlich eine sehr erfreuliche Entwicklung“, so Stamer. Die Aufklärungsquote betrug 58 Prozent. Auffällig ist in Schwarzenbek der Rückgang der Diebstahlsdelikte im Jahresvergleich – von 405 auf 305. Darin enthalten ist alles vom Taschendiebstahl bis hin zum Wohnungseinbruch. Und gerade im letztgenannten Bereich fällt der Rückgang vermutlich pandemie-bedingt besonders stark aus.

Gab es 2019 im Stadtgebiet noch 22 Einbrüche, so waren es im vergangenen Jahr nur noch sechs. Deutlich abgenommen hat auch die Zahl der Fahrraddiebstähle von 106 im Jahr 2019 auf 67 im Vorjahr. Hier wirkt sich offenbar aus, dass weniger Pendler unterwegs waren und die Schulen zeitweise geschlossen blieben. So standen für Diebe weniger Fahrräder zur Verfügung.

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