23. April 2021
Schwarzenbek

Agenda 2021: Endlich kommt die Ortsumgehung

Schwarzenbek hat für das neue Jahr so einige Pläne

Erster Spatenstich für den Kunstrasenplatz an der Schützenallee Foto: Stefan Huhndorf

Erster Spatenstich für den Kunstrasenplatz an der Schützenallee Foto: Stefan Huhndorf

SCHWARZENBEK Manche Bauprojekte sind seit Jahrzehnten in Arbeit, andere haben sich um wenige Jahre, manche lediglich um einige Monate verzögert. Das hängt unter anderem mit dem Wetter zusammen, auch die wegen der Antragsflut deutlich verzögerten Prüfungen durch den Kampfmittelräumdienst in Kiel spielen dabei eine Rolle. Seit nunmehr 40 Jahren in der Planung ist hingegen die Ortsumgehung in Schwarzenbek: Jetzt liegt endlich der Planfeststellungsbeschluss vor. Damit gibt es jetzt Baurecht.

Voraussichtlich noch in diesem Frühjahr werden die vorbereitenden Arbeiten für den Baubeginn starten. Die Fertigstellung kann allerdings noch einige Jahre dauern. Neben der Umgehungsstraße stehen aber auch noch andere wichtige Projekte in den Startlöchern. So zum Beispiel der seit vielen Jahren immer wieder von den Politikern geforderte neue Flächennutzungsplan. Er soll voraussichtlich im Februar erstmals öffentlich vorgestellt werden. Die Neuauflage ist dringend erforderlich, weil der bestehende Plan bereits aus dem Jahr 2001 stammt und mittlerweile die 24. Änderung hinter sich hat. Vor 19 Jahren standen noch 35 Hektar überplanbare Wohnbaufläche zur Verfügung, diese Areale sind jetzt ausgeschöpft.

1. Ortsumgehung

Die Umgehungsstraße soll zwischen Zubringer Nord und der Bundesstraße 207 insgesamt acht Meter breit werden, zwischen B 207 und Grabauer Straße 7,50 Meter. Die Anschlüsse an die B 207 und die Grabauer Straße erfolgen über zwei jeweils 45 Meter durchmessende Kreisverkehre. Der Planfeststellungsbeschluss liegt seit dem Herbst 2020 vor. Der Landesbetrieb Straßenverkehr will im kommenden Frühjahr mit den Vorarbeiten beginnen. Auch die Stadt ist bereits in Vorleistung getreten. Die Trasse für einen Wanderweg ist festgelegt, der mit einer Brücke über die Umgehungsstraße geführt werden soll.
Außerdem haben die Politiker einem Lärmschutz am Lupus-Park zugestimmt. Dieser soll jetzt geplant und vermutlich im Jahr 2022 realisiert werden. Diese Maßnahme kostet rund 200.000 Euro, die Stadt ist mit den Planungskosten in Höhe von 78.000 Euro beteiligt. Das 2,94 Kilometer lange zweite Teilstück der Umgehung von der Bundesstraße404 im Westen bis zur Grabauer Straße soll rund 18 Millionen Euro kosten, die im Bundesverkehrswegeplan für den Bau bereitstehen.

2. Kunstrasenplatz

Als letzte Amtshandlung hat die mittlerweile ausgeschiedene Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig im November 2020 den ersten Spatenstich für den neuen Kunstrasensportplatz an der Schützenallee vorgenommen. Die Anlage soll ganzjährig bespielbar sein und sowohl von den Kickern des SC Schwarzenbek als auch von den American Footballern der „Wolves“, TSV-Leichtatleten und Schülern genutzt werden. Rund 1,2 Millionen Euro kostet das Projekt, das Land hat 250.000 Euro an Zuschüssen gezahlt. Vorausichtlich im Mai könnte der Platz fertiggestellt werden.

3. Rathaus

Das Verwaltungsgebäude am Ritter-Wulf-Platz wurde 1983 eröffnet. In den vergangenen Jahren wurden Hunderttausende Euro in die Erneuerung von Dächern und der Fluchttreppe am Festsaal investiert. Von 2013 bis 2015 wurden das Dach erneuert und die Wärmedämmung optimiert. Im vergangenen Jahr war das Erdgeschoss dran. Die Stadtbücherei wurde komplett neu eingerichtet und umgebaut. Alleine für dieser Projekt, das im Februar 2020 abgeschlossen war, wurden 350.000 Euro fällig. Außerdem wurden die Toiletten im Haus erneuert. Auch in diesem Jahr stehen größere Investitionen an.
Größtes Manko ist der fehlende zweite Rettungsweg für die oberen Stockwerke. Architekt Holger Junge stellte im Spätherbst 2020 einen Entwurf für eine Außentreppe vor, die auf dem Ritter-Wulf-Platz an der „Klagemauer“ vor der Bücherei errichtet werden könnte. Die Stahlkonstruktion soll in diesem Jahr errichtet werden, sie wird 260.000 Euro kosten. Eine zweite Baustelle im Rathaus wird sich im Keller auftun. Dort war früher die Gaststätte „Ratskeller“ untergebracht. Mittlerweile werden im sogenannten Souterrain zwei große Räume und Nebenräume zeitweise als Büros genutzt. Allerdings gibt es in diesem Bereich keine nutzbaren Sanitäranlagen. Die alte Abwasserhebeanlage ist nicht mehr funktionsfähig, für eine dauerhafte Nutzung als Büro- oder Sitzungsräume ist diese aber erforderlich. Die Kosten liegen bei etwa 65.000 Euro.

4. Centa-Wulf-Schule/Grundschulen

Seit 2012 ist das Förderzentrum Centa Wulf in den Räumen der Grundschule Nordost an der Cesenaticostraße untergebracht. Doch dort herrscht akute Raumnot. Ebenso sieht die Situation in der Grundschule an der Breslauer Straße aus. Für die sogenannte Phase null hat die Stadt das Hamburger Architekturbüro Trapez angeworben. Die Planer um den Architekten Dirk Landwehr haben unter anderem das Schulzentrum Glinde zum Großteil im Bestand erweitert. Lehrer, Schüler, Eltern, Verwaltungsmitarbeiter und Politiker sind dabei eingebunden.
Sie sollen Raumbedarfe für die wachsenden Schülerzahlen ermitteln. Zum Jahresende soll feststehen, ob die Schulen erweitert werden können oder neu gebaut werden müssen. Eine Entspannung gibt es, weil die Grundschule Nordost in den kommenden Wochen neue Container für zusätzliche Klassenräume bekommt. Außerdem wird das Förderzentrum Centa Wulf im Sommer aus der Cesenaticostraße ausziehen und neue Räume am Hans-KochRing neben dem Firmengebäude von Rohwerder Datasystems beziehen. Der Neubau wird gerade hochgezogen.

5. Cube

Wo einst die Keksfabrik der Gebrüder Lembcke an der Meiereistraße 8 stand, entstehen derzeit drei Mehrfamilienhäuser mit 53 Eigentumswohnungen. Aktuell steht der Rohbau. In den modernen Wohnungen, in sechs sogenannten Gewerbelofts, lässt sich auch Arbeiten und Wohnen kombinieren. Die drei Gebäude sollen 2021 fertiggestellt werden.

Mehr über die Agenda 2021 in der kommenden Woche

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